Insgesamt rund fünf Millionen Euro geschmuggelt

Schnelles Prozessende: Zehn Geldwäscher verurteilt

Darmstadt - Zügig wie erwartet ist vor dem Landgericht Darmstadt der im Januar begonnene Prozess um eine Geldwäscherbande beendet worden. Damit sind bereits am vierten Verhandlungstag die Urteile gefallen.

Die Wirtschaftsstrafkammer unter Vorsitz von Thomas Hanke hatte am ersten Verhandlungstag eine verfahrensbeendende Absprache vorgeschlagen – Staatsanwaltschaft und Verteidiger willigten ein. So konnten am vierten Verhandlungstag die Urteile gesprochen werden. Alle zehn Angeklagten wurden wegen Mittäterschaft der banden- und gewerbsmäßigen „Verschleierung unrechtmäßig erlangter Vermögenswerte“ schuldig gesprochen, keiner von ihnen war zur Tatzeit vorbestraft. Der 49-jährige Pischtiuan L. aus Dieburg erhält zwei Jahre, der 63-jährige Ahmad H. aus Groß-Zimmern 21 Monate und der 50-jährige Dlawar A. aus Darmstadt ein Jahr Haft. Diese Strafen sind zur Bewährung ausgesetzt. Die Urteile der sieben Komplizen bewegen sich zwischen sechs Monate auf Bewährung und drei Jahre und zehn Monate Gefängnis. Sie kommen aus dem nördlichen Baden-Württemberg und aus Nürnberg.

Insgesamt rund fünf Millionen Euro schmuggelten die Männer zwischen 2012 und 2016 in Privatautos von Spanien nach Deutschland. Die „Einzeldosen“ lagen zwischen 53.000 und 692.000 Euro. Das Geld stammte aus Heroingeschäften, die ihren Ursprung im Irak nahmen. Wahrscheinlich per Schiff schickten irakische Drogenbosse den Stoff vom Nahen Osten auf die iberische Halbinsel. Dort wurde er von Dealern entgegen genommen und an die Konsumenten verteilt. Diese Einnahmen holten die Angeklagten nach Deutschland. Händler mit Kontakten in den Irak setzen das Bargeld dort in Fahrzeuge und Maschinen um, die wiederum in den Nahen Osten gingen. Dort wurden die Güter abermals verkauft, das Geld wandert zurück an die Drogenbosse. (gel)

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Rubriklistenbild: © dpa

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