Landkreis legt neuen Energiebericht für die Schulen vor

Strom, Wasser, Müll und Heizkosten gespart

Darmstadt-Dieburg - Der neue Energiebericht des Landkreises belegt, dass an den 81 kreiseigenen Schulen im Zeitraum von 1996 bis 2007 viel in den Bereichen Heizenergie, Strom, Wasser und Abfall eingespart wurde.

Allein der Verbrauch der Heizenergie hat von 1996 bis 2007 um rund 23 Prozent oder 16 400 MWh abgenommen. Im Jahr 2007 lag der Verbrauch der Heizenergie an den Schulen bei rund 53 500 MWh, Hochrechnungen ergaben, dass er ohne entsprechendes Management und ohne die Maßnahmen bei etwa 69 900 MWh liegen würde.

Ähnlich positiv ist die Situation beim Stromverbrauch. Im Vergleich zum Ausgangsjahr 1996 entspricht die gesamte Stromeinsparung bis 2007 knapp 7300 MWh. Damit wurden insgesamt mehr  als  4 600 Tonnen  weni-

4 600 Tonnen CO2

ger CO2 in die Atmosphäre geblasen. Der Wasserverbrauch liegt heute an den Schulen um 16 Prozent unter dem Wert von 1996. Das entspricht bei einem derzeitigen Verbrauch von 48 900 Kubikmetern einer Einsparung von rund 9 500 Kubikmetern gegenüber 1996. Und auch beim Abfallaufkommen haben sich die Schulen als Sparmeister erwiesen. Gegenüber dem Wert von 1998 verringerte sich das Müllaufkommen um 27 Prozent, obwohl die Schülerzahl im gleichen Zeitraum auf 33 313 gestiegen ist und viele Schüler inzwischen ganztags an der Schule sind. Jährlich fallen heute etwa 1 100 Kubikmeter weniger Abfall an als 1998 (die Abfallmenge wurde erst seit 1998 erfasst).

Dadurch war es möglich, die Anzahl der Müllgefäße zu reduzieren beziehungsweise auf kleinere Gefäße zurückzugreifen. „Somit schlägt sich das kleinere Abfallaufkommen auch in den Beseitigungskosten nieder“, so Fleischmann.

Noch detaillierter geht der Energiebericht auf den Zeitraum von 2003 bis 2007 ein. Da wird zum Beispiel deutlich, dass die verbesserte Ausstattung der Schulen mit Geräten der Informations- und Kommunikationstechnik sowie der Ausbau der Ganztagsbetreuung nicht ohne Folgen blieben. Der Stromverbrauch stieg um rund 520 MWh, liegt jedoch immer noch unter dem Wert von 1996. Ganztagsschule und höhere Schülerzahl sind auch der Grund für einen höheren Wasserverbrauch im Zeitraum von 2003 bis 2007, der aber trotzdem noch weit unter der Verbrauchszahl von 1996 liegt.

Der Energiebericht enthält auch Grafiken, die Auskunft über die Kostenentwicklung für Heizung, Strom, Wasser und Abfall geben. Die größten Aufwendungen beziehen sich auf Heizung und Strom, allein an Heizkosten waren im Jahr 2007 rund 2,7 Millionen Euro fällig und damit 625 000 Euro mehr als 2003.

Auch bei den Stromkosten gab es von 2003 bis 2007 eine Steigerung um rund 115 000 Euro auf 775 000 Euro, wobei in beiden Bereichen die Preissteigerungen bis zum Jahr 2006 am stärksten waren.

Relativ konstant blieben die Kosten für Wasser und Abfall, wo sich die Ausgaben um 10 000 Euro erhöht beziehungsweise um 30 000 Euro verringert haben. Insgesamt hat der Landkreis im Jahr 2007 rund 4,24 Millionen Euro für Energie, Wasser und Abfall aufgewendet.

Der Energiebericht macht nach Meinung des Kreisbeigeordneten Fleischmann Sinn, er sei gerade vor dem Hintergrund steigender Energiepreise und der damit verbundenen Notwendigkeit, Energie intelligent zu nutzen, unverzichtbar. Ziel sei es, so Fleischmann, die Qualität und die Nachhaltigkeit zu verbessern und einen lokalen Beitrag zum globalen Umweltschutz zu leisten. So werde die Nutzung von erneuerbaren Energien in unterschiedlichen Projekten vorangetrieben.

Zum Beispiel ist der Landkreis Kooperationspartner des hessischen Leuchtturmprojekts Bioregio Holz Odenwald-Bergstraße, über das seit 2007 fünf Pellet- und zwei Hackschnitzelanlagen realisiert wurden.

Solarstromnutzung

Für die Solarstromnutzung werden seit Herbst 2007 Schuldächer an Interessierte verpachtet, im Sommer 2009 wurde die erste Bürgersolaranlage auf der Goetheschule in Dieburg in Betrieb genommen, eine zweite entsteht in Groß-Bieberau. Nicht zuletzt ist die Georg-Christoph-Lichtenberg-Schule in Ober-Ramstadt eine von bundesweit 50 Modellobjekten im Projekt „DENA - Niedrigenergiehaus-Sanierung im Bestand“. Doch zur energetischen Sanierung der Schulgebäude muss auch ein energiebewusstes Verhalten der Nutzer kommen. Die Schulen sollen deshalb über ein neuartiges Prämienmodell einen Anreiz erhalten, Strom, Wasser, Heizenergie und Abfall einzusparen.

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