20 tote Vögel im Landkreis

Vogelgrippe: Sperrbezirk um Reinheimer Teich

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Der Frühling naht und in Münsters Naturschutzgebiet Am Sand tummeln sich seit Tagen hunderte Wildgänse. Das Areal ist „nur ein Katzensprung“ – wenige Flugminuten – vom ebenfalls beliebten Brutrevier Reinheimer Teich entfernt. Die Naturschutzverbände und Behörden sind in höchstem Maße alarmiert.

Darmstadt-Dieburg - In den vergangenen Tagen sind zahlreiche Wildvögel im Bereich des Reinheimer Teichs verendet. 20 Tierkörper wurden geborgen und im Hessischen Landeslabor untersucht.

Dort wurde bisher bei sechs Graugänsen, vier Kanadagänsen sowie zwei Mäusebussarden der Influenzavirus vom Typ H5 nachgewiesen. Die positiven Proben wurden zur weiteren Abklärung an das nationale Referenzlabor am Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) auf der Insel Riems verschickt. Von dort kam gestern die Bestätigung, dass bei insgesamt neun der eingeschickten Tiere das hochansteckende Influenzavirus vom Typ H5N8 nachgewiesen wurde.

Damit besteht nun die Sicherheit, dass im Bereich des Naturschutzgebietes Reinheimer Teich ein sehr aktives Vogelgrippegeschehen bei Wildvögeln besteht, das deutlich intensiver ist, als die bisher in Hessen beobachteten Einzeltierfunde. Hinzu kommt, dass der Landkreis Darmstadt-Dieburg zu den geflügeldichtesten Regionen in Hessen zählt. Daher hätte eine Verschleppung des Virus in Hausgeflügelbestände hier besonders fatale Folgen.

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Der Landkreis hat deshalb entschieden, um das Naturschutzgebiet Reinheimer Teich zwei Restriktionszonen, einen Sperrbezirk und ein darum liegendes Beobachtungsgebiet einzurichten. Der Landkreis Darmstadt-Dieburg appelliert dringend an die Bevölkerung, von einem Besuch des Naturschutzgebietes Reinheimer Teich bis auf weiteres abzusehen. Derzeit ist dort von einem hochaktiven Vogelgrippegeschehen auszugehen und es besteht die Gefahr, dass es durch den Besucherverkehr zu einer Virusverschleppung kommt.

Die Zahl der mit H5N8 infizierten Vögel in Hessen ist inzwischen auf insgesamt 30 Fälle gestiegen. (tm)

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