Kreis sieht Betreuung von Langzeitarbeitslosen in Gefahr

Unsichere Zukunft

Darmstadt-Dieburg -

(ale) Die Mitarbeiter der Kreisagentur für Beschäftigung (KfB) blicken in eine ungewisse Zukunft: „Weil bei den mit der Vermittlung von Langzeitarbeitslosen befassten Jobcentern und Optionskommunen wegen der zögerlichen Haltung der Bundesregierung nach wie vor eine ungeklärte Rechtslage besteht und die Auflagen der Finanzaufsicht zu berücksichtigen sind, müssen die rund 90 bisher mit befristeten Arbeitsverträgen ausgestatteten Mitarbeiter der Kreisagentur für Beschäftigung des Landkreises Darmstadt-Dieburg vorerst auf dauerhafte Verträge verzichten“, kritisiert der Kreis in einer Pressemitteilung.

Zwar hatte der Kreisausschuss bereits im März beschlossen, den betroffenen Angestellten unbefristete Verträge zu geben, doch diese Entscheidung sei auf Grund mangelnder Reformlust der Regierungskoalition in Berlin und wegen der ungeklärten Rechtssituation nicht zu halten. Bundesarbeitsminister Olaf Scholz hatte bereits im vergangenen Jahr zugesichert, die Optionen verlängern. „Klar ist, dass die bestehenden 69 Optionskommunen unbefristet weiterarbeiten können, wenn sie das wünschen“, hatte der Minister dem Landrat geschrieben. Doch mittlerweile kommen aus Berlin deutliche Signale, dass es vor der Bundestagswahl im September Jahres keine Reform zur Betreuung von Langzeitarbeitslosen geben soll. Erster Kreisbeigeordneter Klaus Peter Schellhaas, zuständiger Dezernent für die KfB, informierte die betroffenen Mitarbeiter über die enttäuschende Situation. Die Entwicklung sei bedauerlich, doch die Kreisregierung müsse auf die Gesamtsituation reagieren. „Und die lässt im Augenblick keine andere Entscheidung zu“, stellt Schellhaas klar.

Landrat Jakoubek sieht durch die „personelle Hängepartie“ die Aufgabenerfüllung bei der Betreuung von Langzeitarbeitslosen gefährdet. Die bisherige Regelung mit den befristeten Arbeitsverträgen sorge für eine erhebliche Personalfluktuation. Dabei sei es schwierig, qualifiziertes Personal zu bekommen, weil derzeit wenig Perspektiven bestünden. Umso höher sei die Arbeit der Belegschaft der KfB einzuschätzen, meint Landrat Alfred Jakoubek.

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