Unterwegs auf den „S“-Wegen der Sparkasse

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Die Wanderer drängeln sich regelrecht vor der Bühne der Sparkasse. Hunderte wollen die Jubiläumswanderung des Geldinstituts mitlaufen.

Groß-Umstadt ‐ „Ein bisschen erstaunt bin ich schon über den Zuspruch zu unserer Wanderung“, sagt Manfred Neßler, der Vorsitzende der Sparkasse Dieburg. Von Ulrike Bernauer

Trotz relativ schlechten Wetters am Sonntagmorgen sind Hunderte von Wanderern gekommen, die zusammen mit den Sparkassenmitarbeitern den neuen Weg laufen wollen. Winzerfestgläschen samt Halter werden auf dem hinteren Parkplatz der Sparkasse, wo die Wanderung startet, von Mitarbeitern verteilt. 750 Gläser haben die Mitarbeiter ausgegeben und trotz dieser Menge geht so mancher leer aus. Das kann die Freude an dem Gang durch Umstadts Gemarkung aber nicht trüben. Die Regenschirme sind für alle Eventualitäten gezückt, verschwinden aber im Laufe des Vormittags in die Taschen. Genauso wie die relativ dicken Jacken und Pullover nach und nach um die Hüfte geschlungen werden, denn die Sonne lässt sich immer häufiger blicken. Und der erste Anstieg durch die Hohl hinter dem Stadtfriedhof zum Farmerhaus hin ist steil und bringt bei manchem das Blut zum Kochen.

Ein einzigartiges Rad- und Wanderwegenetz durch unser Geschäftsgebiet“, nennt Neßler die sieben Wege, die die Sparkasse in Zusammenarbeit mit dem Odenwaldklub (OWK) in einer Broschüre zusammengestellt hat. Einen der Wege „S3“ von Umstadt über das Rödelshäuschen, die Sausteige und das Hexenhäuschen mit Ziel Heubach gilt es heute zu laufen.

Endloser Lindwurm zog sich durch Umstadt

Urig und echt spielten in Heubach für die Wanderer auf. Im Hintergrund Sparkassendirektor Manfred Neßler, der Wanderwart des Gesamt-OWK Manfred Hering und Umstadts Förster Willi Schäfer (von links).

Vor dem Antritt, einige Wanderer scharren schon ungeduldig mit den Füßen und Stöcken, gibt Neßler noch die Begründung, warum sich die Sparkasse die Organisation einer Wanderung vorgenommen hat, schließlich ist das nicht das Kerngeschäft des Geldinstituts. Im Jubiläumsjahr „175 Jahre Sparkasse Dieburg“ habe man zahlreiche Veranstaltungen durchgeführt. Diese sei nun für viele Menschen unterschiedlicher Altersgruppen und drücke auch ganz deutlich die Verbundenheit mit der Region aus. „Wer 175 Jahre alt wird, der hinterlässt Spuren“, sagt Landrat Klaus Peter Schellhaas, der als zweiter Vorsitzender des Kreis-OWK und Verwaltungsratsvorsitzender der Sparkasse ebenfalls an der Wanderung teilnimmt. Die wirtschaftliche Entwicklung ohne die Sparkasse wäre anders verlaufen, und auch mancher Verein hätte ohne Zuwendungen des Geldinstituts nur schlecht überleben können, so der Landrat. „Es ist eine wunderbare und verbindende Idee, dass wir heute auf den Spuren der Sparkasse wandern können“, sagt Schellhaas und wünscht den zahlreichen Teilnehmern viel Vergnügen. Ein schier endloser Lindwurm zieht sich daraufhin durch Umstadt. Die Menschen, die anfangs noch dicht gedrängt laufen, nehmen langsam etwas mehr Abstand. Vorne wird ein Tempo vorgegeben, das auch Förster Willi Schäfer, der die Wanderung eigentlich leiten sollte, nicht mehr bremsen kann. „Dadurch gibt es an den Raststätten aber auch kein Gedränge“, lacht einer der Wanderer.

Der erste Halt, an dem es auch eine kleine Erfrischung gibt, ist auf dem Wingert „Herrnberg“. Die Sparkassengäste haben nicht umsonst ein Gläschen samt Halter bekommen, ausgeschenkt wird ein Umstädter Tröpfchen. Die zweite der angekündigten Überraschungen gibt es am Rödelshäuschen. Ein Berg-Ahorn, der Baum des Jahres 2009, wird gepflanzt, wobei sich die Auswahl der Spaten als nicht glücklich erweist. Ein Stiel bricht gleich beim ersten Spatenstich. Aber dem Förster, Bürgermeister Joachim Ruppert und dem Sparkassendirektor gelingt es mit vereinten Kräften, die Pflanzgrube auszuheben und die Wurzeln im Erdreich zu versenken.

Überraschung am Hexenhäuschen

Förster Schäfer erzählt einiges über den Pflanzgarten, der sich früher hier oben befand und nun am selben Ort wieder entstehen soll. „Frauen haben früher im Umstädter Wald Samen, wie Bucheckern oder Eicheln, gesammelt, bis die großen Forstbaumschulen dieses Geschäft übernahmen. Heute wollen wir mit den Kindern diese Tradition neu beleben. Ortsnah sollen die Früchte gesammelt, junge Bäume angezogen und anschließend im Umstädter Wald wieder ausgepflanzt werden“.

Die nächste Überraschung erwartet die Wanderer am Hexenhäuschen. Just diesen Tag haben sich Damen mit Besen auserkoren, um ihr Unwesen an der Schutzhütte zu treiben, allerdings mehr zum Amüsement der vielen Wanderer als zu ihrem Schrecken.

In Heubach am Feuerwehrhaus erwartet die Teilnehmer dann eine ausgiebige Rast und etwas Warmes in den Magen sowie Kühles für die Kehle. Ganz offensichtlich haben die meisten starken Hunger und es sind noch etliche Wanderer während der Strecke hinzukommen.

Heubachs Ortsvorsteher und Feuerwehrmitglied Matthias Weber sagt: „Wir hatten uns mit 900 Würsten eingedeckt, jetzt haben wir noch mal 100 nachgeordert“. Der Wanderwart des Gesamt-OWK, Manfred Hering, hat bei der Wegefindung zusammen mit der Sparkasse offensichtlich voll ins Schwarze getroffen. Die Sparkassengäste sind begeistert. Werner Mohr von der Umstädter Ortsgruppe hat dem Kollegen bei der Ausarbeitung der vier Wander- und drei Radwege geholfen. Die heutige Strecke findet Hering auch deshalb sehr schön, weil sie etliche Aussichtspunkte bietet, auch auf den Otzberg. „Ich bin überzeugt davon, dass noch viele Leute diesen Weg laufen werden“.

Nach dem großen Rastpunkt in Heubach marschieren noch etliche Teilnehmer wieder zurück nach Groß-Umstadt. Kaffee und Kuchen warten auf die Unermüdlichen und die Gruppe Urig und Echt spielt auf Fiedel und Akkordeon zünftig auf.

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