Tödlicher Messerangriff nach Weihnachtsfeier

Kehle durchgeschnitten: Sohn in Haft

Darmstadt/Reinheim - Für einen tödlichen Messerangriff auf seinen Vater ist ein Mann vom Landgericht Darmstadt zu fünfeinhalb Jahren Haft verurteilt worden.

Die Kammer betonte am Donnerstag, der 43-Jährige habe im Affekt gehandelt. "Es war eine Augenblickstat", sagte der Vorsitzende Richter Volker Wagner. Der Mann habe seinem 80 Jahre alten, fast blinden Vater im Dezember 2016 in Reinheim mit einem Küchenmesser mindestens 17 Stiche versetzt, dazu zahlreiche Schnitte. Auch soll er dem Opfer die Kehle durchschnitten haben. "Der Kopf des Opfers wurde nahezu abgetrennt", betonte die Staatsanwaltschaft.

Die Kammer wertete die ursprünglich als Mord angeklagte Tat letztlich als Totschlag. Sie schloss sich damit den Plädoyers von Staatsanwaltschaft und Verteidigung an. Die Anklage hatte acht Jahre gefordert, die Verteidiger auf höchstens dreieinhalb Jahre plädiert. Das Urteil wurde noch im Gerichtssaal akzeptiert. "Mit dieser Strafe gibt es eine Perspektive für die Zukunft", sagte Richter Wagner.

Der aus der Türkei stammende Vater habe sich kurz vor der Tat über den Alkoholkonsum des Sohnes beschwert und ihn herablassend behandelt. "Das war der letzte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte." Der Sohn war von einer Weihnachtsfeier seines Fußballvereins heimgekommen.

Er gab an, die deutsche Staatsangehörigkeit zu besitzen. Die Kammer schloss sich der Darstellung des Sohnes an, dass der Vater schwierig gewesen sei. Der Angeklagte habe diesen "als Autoritätsperson" geachtet, sei vom Vater "aber nicht als gleichwertig gewertet worden". Der Vater habe ihm noch weniger Achtung entgegengebracht als den Töchtern. Die unterschiedlichen Lebensauffassungen der beiden Männer seien aufeinandergeprallt. Der Sohn sei während der Vereinsfeier zufrieden gewesen, sagte Richter Wagner. Dann habe ihm der Vater gezeigt, "wer der Herr im Hause ist", so Wagner weiter. "Wenn die Situation passt, ist nahezu jeder Mensch in der Lage, einen anderen zu töten." (dpa)

Bundesanwaltschaft fordert Höchststrafe für Zschäpe

Rubriklistenbild: © Symbolbild: dpa

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