Kalt wie ein Kühlschrank

Verdammt cool: Austro-Popper Bilderbuch in der Centralstation

Darmstadt - Die Band lässt sich nicht so richtig in ein Genre einordnen: Ist es Art-Rock, Hip-Hop, Funk oder Pop? Oder alles zusammen? Die junge österreichische Band Bilderbuch, 2005 von dem Klosterschüler Maurice Ernst gegründet, startete in der Centralstation Darmstadt am Dienstagabend eine steile Party – mit magischer Stimmung. Von Julia Radgen

Mit ihren ersten beiden Alben flog die Band noch weitgehend unter dem Radar der Radiostationen. Seit dem Song „Maschin“ (2013) feiern die Austro-Boys aber endlich Charterfolge – mit dem zugehörigen Album „Schick Schock“ sahnten die Wahl-Wiener einige Preise ab. Gerade hat Bilderbuch ihre vierte Platte herausgebracht: „Magic Life“ heißt das Studioalbum.

In Auftritten und Videos gibt sich die Band um den wasserstoffblonden Sänger Maurice Ernst extravagant. In Darmstadt tritt der Sänger – Überraschung! – mit dunklen Haaren, mit Tanktop und Sonnenbrille auf. Coolness ist das Schlagwort der Inszenierung. Aber natürlich geht’s auch um die Musik.

Das beweisen die Wiener von der ersten Minute an: Schlagzeuger Philipp Scheibl steigt mit einem mehrminütigen Drum-Solo ein – ungewöhnlich für eine Popband. Und was heißt überhaupt Pop? Beim Song „Megaplex“ wird es funkig, dann kreischen Rock-Gitarren. „Bungalow“ ist hingegen sehr eingängig, die Zuhörer fangen beim Refrain zu hüpfen an. Tanzbar sind auch die Nummern „Superfunkypartytime“ und „Willkommen im Dschungel“. Dazwischen schnarrt Sänger Ernst in schönstem Österreichisch: „Jetzt entspannen wir uns miteinander a bissl. Gehen mer’s net so steil an!“

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Nach fast zwei Stunden ist es Zeit, den Refrain „Bussi, bussi, shaky shaky hands“ aus dem lässigen „Mr. Refrigerator“ abermals zu singen – das Lied spielen die Österreicher an diesem Abend zum zweiten Mal. Aber was soll’s! Hauptsache, die Frisur sitzt, und die Coolness strahlt wie aus einem aufgesperrten Kühlschrank in die Halle. Vorsicht, Frostgefahr!

Rubriklistenbild: © dpa

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