Eumetsat präsentiert neues Kontrollzentrum für Satelliten

Wetterdaten schnell und exakt

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Eumetsat eröffnet ein neues Satellitenkontrollzentrum. Die Satelliten liefern unter anderem Daten zur Wettervorhersage.

Darmstadt - Die Eumetsat eröffnet feierlich ihr neues Kontrollzentrum in Darmstadt. Die europäische Wettersatelliten-Organisation wappnet sich damit für die kommende Satellitengeneration. Die Kosten: 1,5 Millionen Euro.

Die Wettersatelliten-Organisation Eumetsat hat am Freitag in Darmstadt das nach eigener Aussage modernste Kontrollzentrum Europas eröffnet. Der Grund für die rund 1,5 Millionen Euro teure Modernisierung: „Wir bereiten uns auf eine neue Ära der Wetter- und Klimabeobachtung vor“, sagte Joachim Saalmüller, Leiter für die Nutzerunterstützung bei Eumetsat. Rund um die Uhr versorgt die Organisation mehr als 3 000 Nutzer mit Wetterdaten. Doch die Satellitenflotte altere, und deshalb werde eine neue Generation in den nächsten Jahren ins All gebracht – diese müsse bestmöglich betrieben werden.

Mit der neuen Technologie könne dieser Wandel gut über die Bühne gebracht werden. Die kommenden Satelliten sollen schneller und besser sehr genaue Wetteraufnahmen aus dem All liefern – zur Freude von Nutzern wie etwa dem Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach. „Wir brauchen die nächste Satellitengeneration, die uns mithilfe des neuen Systems innerhalb von wenigen Minuten wertvolle Daten liefert“, sagte DWD-Präsident Gerhard Adrian. Die Wetterexperten würden zum Beispiel noch präziser vorhersagen können, wo bedrohliche Wetterphänomene wie Gewitter, Sturmböen oder Hagelschläge entstehen.

So wird das Wetter in den kommenden Tagen

Das modernisierte Zentrum werde insofern dazu beitragen, Leben und Eigentum noch besser zu schützen, sagte Alain Ratier, der Generaldirektor von Eumetsat. Ziel sei, dass in den nächsten Jahren bis zu 16 Satelliten für Eumetsat im All in Betrieb sind. Das heißt: mehr und qualitativ hochwertigere Daten. „Die Modernisierung dieses Kontrollzentrums ist ein erster Schritt in diese Richtung“, sagte Paul Counet, Sprecher der Organisation.

Das neue Kontrollsystem funktioniere schneller, sei übersichtlicher, dynamischer und flexibel erweiterbar. Auch sei es nun einfacher, die Wetterdaten an die Nutzer zu verteilen. Bis Mitte 2020 werde auch das Kontrollzentrum für Satelliten auf der erdnahen Umlaufbahn entsprechend modernisiert. Alle Wettervorhersagen für Europa basieren auf Daten der Satelliten, die Eumetsat von ihrer Zentrale in Darmstadt aus steuert. Zuletzt startete Anfang November der Wettersatellit „Metop-C“ vom Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guayana mit einer Sojus-Rakete. Er soll viele Daten messen und sammeln, die die Wettervorhersage und die Klimaüberwachung verbessern. (dpa)

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