Wiederaufbau kann beginnen

Blick in die Zukunft des Dieburger Marktplatzes: In drei bis vier Wochen beginnt laut Hauseigentümer Peter Kolb der Wiederaufbau des abgebrannten Hauses „Markt 2“. Ulrike Hofmann, Ingenieurin der Unternehmensgruppe Kolb, hat den Entwurf mit Flachdach und Sandstein-Optik im Erdgeschoss erstellt.Foto: p

Dieburg - (hov) Was den Brand auslöste? Darauf kennt Hausbesitzer Peter Kolb auch gut zwei Monate, nachdem sein Geschäftshaus am Markt den Flammen zum Opfer fiel, noch keine Antwort. Und wird wohl auch keine mehr bekommen, denn die Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen eingestellt. „Fest steht nur, dass der Brand im Textilgeschäft im Erdgeschoss ausbrach“, so Kolb.

Dieses Wissen hilft ihm wenig und kostet ihn viel, denn Regressansprüche kann er nirgends stellen, „das gilt für mich ebenso wie für meine Mieter“.

Doch das hält Kolb nicht davon ab, den Wiederaufbau zügig voran zu treiben. Die Entkernungsarbeiten sind bereits abgeschlossen, „die Brandreste weitgehend entfernt“. Auch das Thema Denkmalschutz ist bereits berücksichtigt - den Bauantrag hat der Hauseigentümer und Chef der Unternehmensgruppe Kolb gestellt und vorher mit Liane Mannhardt, Leiterin der Unteren Denkmalschutzbehörde des Landkreises Darmstadt-Dieburg, abgestimmt. Derzeit werden die letzten Vorarbeiten für die Restaurierung durchgeführt - noch stehende Mauern werden geprüft, Gutachten für die Betonsanierung erstellt. „Wenn diese technischen Fragen alle geklärt sind, fangen wir in drei bis vier Wochen mit der Sanierung an“, so Kolb. Wenn die abgeschlossen ist, wird das Haus ein Flachdach haben und im Erdgeschoss mit Sandstein verkleidet sein, weil das nach Meinung der Planer besser ins Gesamtbild des Marktplatzes passt.

Optimistisch geschätzt sollen die Arbeiten nach den Sommerferien abgeschlossen sein, realistisch betrachtet bis spätestens Ende September. Vor allem im Interesse seiner Mieter liegt Kolb der zügige Fortgang der Arbeiten am Herzen. Dass alle Mieter der oberen Etagen zurückkehren wollen, steht längst fest. Nur mit dem NKD steht Kolb noch in Verhandlungen. Bis das neue Gebäude fertig ist, hat die Hebammenpraxis im Albinischen Schloss Unterschlupf gefunden, Zahnarzt Dr. Ingo Gerlach hat kürzlich ein Ausweichquartier im benachbarten Fachwerkhaus bezogen. „Eine Rückkehr zu den Anfängen“ für Gerlach, der in diesem Haus vor acht Jahren mit einer Ein-Stuhl-Praxis begonnen hatte. Als solche betreibt er seine Praxis auch künftig wieder, denn weil er unterversichert war und nur einen kleinen Teil des Schadens ersetzt bekommt, musste er die zwischenzeitlich angestellte Zahnärztin nach dem Brand entlassen, ebenso wie zwei weitere Mitarbeiter.

„Aber Gott sei Dank gab es da keine soziale Härte, ich konnte alle Kollegen vermitteln und sie stehen wieder in Lohn und Brot“, sieht Gerlach das Glück im Unglück. In diese Kategorie fällt auch die Tatsache, dass er am Brandtag die Festplatte mit seinen Patientendaten retten konnte. „So kann ich weitermachen, wo ich aufgehört habe. Ohne die Daten hätte ich mich aufhängen können“, resümiert der junge Vater.

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