Corona-Krise

Groß-Umstadts Bürgermeister will Planungssicherheit: Winzerfest vor der Absage

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Hinter der Weinseligkeit in Groß-Umstadt, hier ein Bild vom Umzug, steht ein dickes Fragezeichen. 

Das Winzerfest in Groß-Umstadt bei Darmstadt erfreut Jahr für Jahr viele Besucher. Doch auch dieses Fest könnte der Corona-Krise zum Opfer fallen.

Groß-Umstadt – Bürgermeister Joachim Ruppert (SPD) wird der Groß-Umstädter Stadtverordnetenversammlung vorschlagen, das Winzerfest 2020 abzusagen.

„Auch wenn die Vorgaben sukzessive gelockert werden und wir alle hoffen, dass wir die Zeit bis zur Findung von effektiven Therapeutika und eines Impfstoffes überbrücken können, um unser Gesundheitssystem nicht zu überlasten, bleibt die Situation angespannt“, heißt es dazu aus dem Umstädter Rathaus. Auf Bundesebene wurden bereits Feste bis Ende August untersagt, aktuell auch das Münchner Oktoberfest. Ruppert hält es für folgerichtig, auch das große regionale Winzerfest ausfallen zu lassen und für alle Beteiligten rechtzeitig Klarheit und Planungssicherheit zu schaffen.

„Die Entscheidung muss und wird das Stadtparlament zu treffen haben, ich meine aber“, sagt der Verwaltungschef, „es widerspricht jeder Verantwortung, zehntausende Menschen in Umstadt zum Feiern einzuladen, solange weder Medikamente noch eine Impfung gegen das Virus existieren.“ Auch würden voraussichtlich zahlreiche Menschen gar nicht kommen, um in dem weinseligen Festbetrieb nicht infiziert zu werden. „Da sollten wir uns als Personen und politisch angemessen diszipliniert verhalten, auch wenn wir vorhersehen, dass in diesem Jahr ein Baustein der Umstädter Tradition wegfallen und notwendige Einnahmen für Winzer, Vereine und Beschicker entfallen würden“, sagt Ruppert, „wir haben aber im Laufe der Krise gelernt, dass wir Zielkonflikte aushalten müssen und es so schnell kein fertiges Ergebnis, sondern immer nur nächste Stufen in einem sich verändernden Prozess gibt.“

Von st

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