Einbrecher nutzen vor allem Dunkelheit

Die dunkle Seite des Herbstes

+
Viele Menschen unterschätzen die Gefahr, die von gekippten Türen oder Fenstern ausgeht.

Darmstadt-Dieburg - Die Zahl der Einbrüche im Kreis Darmstadt-Dieburg ist zwar gesunken. Vorsicht ist trotzdem geboten. Von Sebastian Kniza

Draußen in der Natur zeigt sich der Herbst in seiner vollen Pracht. Viele Bäume haben ihre Blätter abgelegt und es ist kälter und dunkler geworden. Viele Menschen zieht es jetzt in die gemütlichen eigenen vier Wände.

Doch die Dunkelheit bringt auch Schattenseiten mit sich, wenn Einbrecher die Herbstsaison für ihre Beutezüge nutzen. Im Schutz der Dunkelheit dringen sie schnell in intimste und private Bereiche vor und schädigen ihre Opfer noch lange Zeit nach einem Einbruchdelikt. Nicht nur der materielle Schaden ist groß, wenn Erbstücke oder seltene Wertsachen nicht mehr ersetzbar sind, sondern auch wenn die Opfer sich anschließend in ihren eigenen vier Wänden unsicher fühlen. Die Angst eines erneuten Einbruchs ist hierbei besonders groß und die Lebensqualität wird massiv beeinträchtigt.

Im Landkreis Darmstadt-Dieburg und der Stadt Darmstadt gab es 2012 zusammen rund 420 Wohnungseinbrüche. Neuere Statistiken gibt es nicht. Die Tatzeit liegt meistens zwischen 15 und 21 Uhr. Hoher Kräfteeinsatz im Bereich von Kontrollen betroffener Gebiete und Aufklärungsmaßnahmen führten zu rückläufigen Fallzahlen, wie die Polizei bei einer Pressekonferenz mitteilte. „Im Durchschnitt gibt es drei bis vier Einbrüche pro Tag in Stadt und Landkreis“, sagt Pressesprecherin Andrea Löb vom Polizeipräsidium Südhessen, „wenn man sich die Größe der Fläche anschaut, ist die Region doch ein sehr sicheres Gebiet.“

Von 2011 fiel die Zahl der Einbrüche im Kreis von 307 auf 266, in Darmstadt von 208 auf 157. Ein gewisses Gefälle gibt es vom West- zum Ostkreis. Im Westen treiben die Gangster öfter ihr Unwesen.

Betroffen von Wohnungseinbrüchen sind alle Altersgruppen. Damit es erst gar nicht so weit kommt, gilt es richtig vorzusorgen. Fenster und Türen sind die Zugänge für Einbrecher. Diese werden aufgehebelt und die Täter gelangen so in das Haus oder die Wohnung. Speziell gekippte oder in manchen Fällen geöffnete Fenster sind schnell vom Einbrecher überwunden. Die Gefahr von gekippten Fenstern wird immer noch stark unterschätzt.

Mit Hilfe von speziell gesicherten Fenstern und Türen, zum Beispiel mit einer extra Verriegelung und kippsicheren Scharnieren, kann man sich gegen Einbrüche wappnen. Je länger ein Täter zum Eindringen braucht, desto eher lässt er von seinem Vorhaben ab.

Auch eine gute nachbarschaftliche Beziehung ist von großem Vorteil, denn aufmerksame Nachbarn können verdächtige Personen erkennen und die Haus- und Wohnungseigentümer schnell informieren – oder die Polizei über die Notrufnummer 110. „Lieber ein Anruf mehr, als einer zu wenig“, lautet die Devise der Polizei.

Die Beamten beraten die Bürger gerne bei der Sicherung des eigenen Wohnobjektes. Im Polizeipräsidium Südhessen gibt es die Stabsstelle Prävention unter Leitung von Polizeihauptkommissar Karl Jungmann und Polizeidirektor Thomas Raths, bei der sich die Bürger kostenlos und persönlich beraten lassen können. Ein richtiger und umfassender Schutz vor Einbruch basiert auf der sicherheitstechnischen Prävention von Häusern und Wohnungen, dem richtigen Verhalten, wie dem Abschließen von Türen und Fenstern, sowie der wachsamen Nachbarschaftshilfe.

Weitere Tipps zur Prävention von Wohnungseinbrüchen gibt es im Internet auf den Seiten www.k-einbruch.de und www.polizei-beratung.de

Kommentare