Mitgliederzahlen bei den Jugendfeuerwehren wieder stabil / Gemeinsame Übung im Dieburger Spießfeld

„Zukunftsschmiede“ zeigt Wirkung

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Ein großer Tag für die Nachwuchswehren des Feuerwehrbezirks: Die Kinder und Jugendlichen löschten einen „Waldbrand“ im Dieburger „Spießfeld“. Mit dem technischen Gerät mussten sich die Nachwuchs-Brandschützer gut auskennen. Fotos(2): Friedrich

Darmstadt-Dieburg „Wasser marsch“ lautete die Parole für rund 100 Mädchen und Jungen, die am Samstag ihre Fertigkeiten als Feuerwehrleute unter Beweis stellen durften.

Von Ursula Friedrich

Zehn Jugendwehren aus dem Feuerwehrbezirk I sausten in 15 Tanklöschfahrzeugen mit Martinshorn und Blaulicht zum „Waldbrand“ unweit des Dieburger Freizeitgeländes „Am Spießfeld“. Hier hatten die Überreste eines Lagerfeuers zu einem Waldbrand geführt – ein fiktives Szenario, dass vor erst vor wenigen Wochen Ernstfall war.

Wie die großen Vorbilder schleppte der Nachwuchs Schläuche herbei, installierte Pumpen am See, um das Wasser schließlich auf den Brandherd im Wald zu richten. Ein aufregender Einsatz für die Jugendlichen aus Eppertshausen, Münster, Dieburg und Altheim sowie Babenhausen und seinen Ortsteilen, die nun theoretisches Wissen im Schulterschluss mit vielen anderen Jugendfeuerwehren des Kreises praktisch abrufen konnten. „Man ist total aufgeregt, ich weiß noch als ich das erste Mal dabei war“, erinnerte sich Bezirkssprecher Steffen Dieter.

Einmal jährlich üben die Jugendfeuerwehren des Bezirks mit hohem Aufwand den Ernstfall. „Es dient auch dem gegenseitigen Kennenlernen“, so Dieter, denn im Feuerwehralltag kooperieren die Einsatzabteilungen aus den Kommunen des Landkreises bei ihren Einsätzen. „Wir wollen schon unter dem Feuerwehrnachwuchs die Zusammenarbeit stärken“, so der Bezirkssprecher, aus diesem Grund folgte dem Einsatz ein geselliger Ausklang.

Die Zehn- bis 17-Jährigen schlugen sich gut und wandten ihr Wissen ruhig und nach den Vorschriften des Feuerwehrdienstes an. Nicht nur über den Ablauf des Einsatzes, sondern auch mit der Nachwuchsarbeit im Bezirk zeigte sich Steffen Dieter zufrieden. „Vor einigen Jahren waren die Zahlen der Jugendwehren rückläufig“, erinnerte er sich an einen Besorgnis erregenden Trend, „inzwischen sind sie stabil.“ Ein Phänomen, das aufgrund der Fülle von Angeboten, schulischer Herausforderungen an junge Leute sowie dem allgemeinen demografischen Wandel in vielen Vereinen zu beklagen ist, am Beispiel Feuerwehr jedoch verheerende Auswirkungen haben könnte. Denn: Wer löscht den Brand ohne ehrenamtliche Wehr? Kommunen, die zum Brandschutz verpflichtet sind, müssten die Aufgabe über eine Berufswehr stemmen - ein vermutlich unlösbares finanzielles Problem. Doch die Zahlen im Nachwuchsbereich lassen die Sorgenfalten Steffen Dieters verschwinden, die rund 100 motivierten Floriansjünger geben Anlass zu optimistischer Sicht. Ursache für den Aufwärtstrend ist die nimmermüde Werbung um junge Menschen. Dies geschieht sowohl auf Kreisebene (hier sind 69 Jugendwehren aktiv), als auch in den einzelnen Ortsgruppen. Die Aktion „Zukunftsschmiede Jugendfeuerwehr“ im Kreis führte 2007 endlich zum erhofften Erfolg, der Abwärtstrend wurde ausgebremst.

Ein Wandel zeigt sich auch in der Nachwuchsförderung in den einzelnen Wehren. Zur Ausbildung gehört seit langem „freie Jugendarbeit“, gesellige Angebote vom Eis essen bis zum Zeltlager. „Mädchen könnten noch stärker vertreten sein“, wünscht sich Dieter. So kann beispielsweise die Dieburger Nachwuchswehr 35 Kinder vorweisen. Mit nur fünf Mädchen ist das weibliche Geschlecht jedoch stark unterrepräsentiert.

Vielleicht bringt die stets überarbeitete Homepage hier noch den erhofften Aufschwung. Alle News gibt es unter ‹ www.kjf-dadi.de

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