Diagnose Karies: Jetzt geht‘s ohne fiesen Bohrer weg

+

Von Norman KörtgeNeu-Isenburg - Für viele Menschen sind Zahnarztbesuche der absolute Horror. Sie haben Angst vor dem Bohrer. Bislang führte bei Karies kein Weg an ihm vorbei. Doch jetzt gibt‘s eine neue Methode, die ohne Bohren auskommt, wenn Karies frühzeitig erkannt wird.

In der Neu-Isenburger Zahnarztpraxis KoschdonZähne wird schon weniger gebohrt.

Wieslawa Niemczyk ist seit 30 Jahren Zahnärztin. Immer wieder ist sie fasziniert, welche Fortschritte die Technik und die Forschung machen. Gerne wendet sie erprobte Methoden auch bei ihren Patienten im Neu-Isenburger Facharzt-Zentrum an der Robert-Koch-Straße an. Wir sind eine innovative Praxis, sagt Niemczyk über sich und ihren Kollegen Leonard Koschdon, dem Namensgeber der Gemeinschaftspraxis.

Seit kurzem arbeitet die Zahnärztin mit Icon - dem wahr gewordenen Traum für alle, die alleine beim Anblick eines Bohrers Panik überkommt.

Kariesinfiltration nennt sich das Verfahren. Dabei wird der von Karies angefressene Zahnschmelz angeätzt, mit einem speziellen Kunststoff aufgefüllt und verschlossen. Der Bohrer kommt nicht zum Einsatz und gesunde Zahnsubstanz geht nicht verloren. Das ganze funktioniert auf glatten Flächen wie auch in den Zwischenräumen. Niemczyk jedenfalls ist begeistert von der zahnschonenden Methode. Leider ist Icon noch nicht im Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen. Allerdings werden derzeit Gespräche von Seiten der Krankenkasse und dem Icon-Entwickler, der Dental Material Gesellschaft in Hamburg, geführt. Solange es dort keine Ergebnisse gibt, müssen Patienten selbst zahlen. Bei KoschdonZähne sind es pro Zahn zirka 120 Euro Behandlungskosten.

Wichtig sei das frühzeitige erkennen von Karies, denn ansonsten kann Icon nicht angewendet und es muss gebohrt werden. Deshalb wird bei KoschdonZähne der Prophylaxe, also der vorbeugenden Zahnuntersuchung, große Bedeutung beigemessen. Je früher Karies erkannt wird, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass nicht gebohrt werden muss. Zweimal im Jahr sollte man deshalb zur Kontrolle kommen, rät Niemczyk.

Um die Besuche in der Praxis angenehmer zu gestalten und den Wohlfühlfaktor zu steigern, hat Jakob Koschdon, Zahnarzt-Sohn und Innenarchitekt, seine Kreativität eingebracht. Kein heller PVC-Boden und grau-weiße Wände, sondern braunes Parkett, gemütliche Sessel im Wartezimmer und wechselnde Dekoration an den Wänden. Lounge-Charakter statt steriler Praxis-Atmosphäre. Mit Erfolg: Koschdon Zähne ist als eine der schönsten Zahnarztpraxen Deutschlands ausgezeichnet worden - und mit Icon wird jetzt auch noch weniger gebohrt.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare