Live-Hörspiel

„Die drei ???“: Trio löst neuen Fall

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Seit fast 35 Jahren sind sie als Juniordetektive auf Kassetten, CDs und Soundfiles zu hören: Oliver Rohrbeck als Justus Jonas, Andreas Fröhlich als Bob Andrews und Jens Wawrczeck als Peter Shaw.

Frankfurt - Die zunächst in Buchform erschienene Kinderkrimiserie „Die drei ???“ erfreut sich in Deutschland seit 1968 großer Beliebtheit. Mit „Phonophobia – Sinfonie der Angst“ kommt die vierte Live-Tournee der Detektive am 15. März in die Fraport-Arena. Von Eva-Maria Lill 

Egal ob Kinderzimmer, Studentenbude oder Beamtenwohnung – „Die drei ???“ sind überall zu Hause. Was die Medienwissenschaftlerin Annette Bastian schon vor mehr als zehn Jahren festgestellt hat, gilt noch immer: Hörspiele sind Kult und haben ihren Charme über Jahrzehnte bewahrt.

„Darf ich Ihnen unsere Karte geben?“, treffender lässt sich die Erfolgsgeschichte der drei Detektive nicht zusammenfassen. Das Überreichen der Visitenkarte ist ein Ritual, welches sich in allen bis dato 174 Romanen und 167 Hörspielen wiederholt. 1964 vom amerikanischen Autor Robert Arthur erfunden, wurden die Bücher vier Jahre später ins Deutsche übersetzt. Bekannter sind allerdings die Hörspielproduktionen des Labels Europa, die seit 1979 erscheinen. Mit mehr als 44 Millionen verkauften Tonträgern ist die Serie die beliebteste in Deutschland.

„Phonophobia – Sinfonie der Angst“

„Phonophobia – Sinfonie der Angst“ heißt die mittlerweile vierte Live-Tournee der „Drei ???“. Fünf Jahre mussten Fans darauf warten, dass Justus Jonas (Oliver Rohrbeck), Peter Shaw (Jens Wawrczeck) und Bob Andrews (Andreas Fröhlich) wieder Hallen füllen. Am Samstag gastieren die Schauspieler in der Frankfurter Fraport-Arena. Die Karten sind seit Monaten vergriffen. Etwa 120.000 Zuschauer sahen die vergangene Tour. Fans feiern Rohrbeck, Wawrczeck und Fröhlich wie Rockstars, sobald sie die Bühne betreten. Es ist wie Theater - nur mit Textbuch. Leger stehen die drei Schauspieler an ihren Pulten. Gäste und ein Geräuschemacher bereichern das Hörspiel zum Anfassen: mit Wellblechgewitter und handgemachter Schauspielkunst.

Einige Neuerungen hat das Publikum bei „Phonophobia“ zu erwarten: Erstmals treten die drei Detektive ohne Erzähler auf, Musik soll eine wichtige Rolle spielen. Der Kriminalfall basiert nicht auf einer bereits veröffentlichten Geschichte, sondern wird von Kai Schwind und Kari Erlhoff extra für die Show verfasst. „Wir haben einen ganz neuen Fall im Gepäck, von dem ich glaube, dass er die Zuschauer besonders in seinen Bann ziehen wird“, verspricht Wawrczeck.

Auf den ersten Blick hat sich im Universum des Detektiv-Trios aus Rocky Beach in fünf Jahrzehnten Publikationsgeschichte wenig verändert. Während sie im Jungbrunnen ewiger Sommerferien munter Fälle lösen, sind die Jahre an den Hörern nicht spurlos vorüber gegangen. Etwa die Hälfte der Fans sind mittlerweile jenseits der 25: Aus den Kindern, die Compact-Kassetten lauschten, sind Jugendliche geworden, die den Abenteuern auf CD folgten und heute im Erwachsenenalter „Die drei ???“ auf dem iPod konsumieren. Nostalgie lautet das Stichwort. Ein „spezialgelagerter Sonderfall“ sozusagen und keine einfache Aufgabe für das Autorenteam. Schließlich haben Kinder und Erwachsene gänzlich andere Ansprüche an gute Unterhaltung.

Erwartungen an die Tournee

Die Erwartungen an die Tournee sind hoch. Gerade in den vergangenen Jahren sind viele Fans mit dem Kurs der Serie unzufrieden. Die idyllischen Zeiten sind vorbei. „Die drei ???“ werden im digitalen Zeitalter mit Gewalt konfrontiert. Hexenhandys, Videospiele, Waffengebrauch und Lebensgefahr – für viele Fans ein Stich ins nostalgische Herz. Vielleicht aber auch eine zwangsläufige Veränderung: Immerhin sind Rohrbeck, Wawrczeck und Fröhlich im Gegensatz zu ihren Figuren mittlerweile keine achtzehn mehr, sondern jenseits der vierzig. Der ganz spezielle Humor der erwachsenen Jugendlichen sorgt gerade live immer wieder für Überraschungen.

Dass die Fans bei „Phonophobia“ wieder dem obligatorischen Zücken der Visitenkarte entgegenfiebern, steht außer Frage. Inwiefern die Serie in den kommenden Jahren die Zerreißprobe zwischen alten und neuen Hörern meistern kann, bleibt hingegen abzuwarten.

Quelle: op-online.de

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