„Die kleine Zauberflöte“ in der Alten Oper

Kindgerechter Musik-Klassiker

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Frankfurt - Drei Stunden braucht Mozarts „Zauberflöte“ gewöhnlich, um die Rettung Paminas vor ihrer bösen Stiefmutter, der „Königin der Nacht“, in bunten Bildern und wunderschönen Arien zu schildern. Von Maren Cornils 

Das „Papageno Musiktheater“ schafft’s mit seiner „Kleinen Zauberflöte“ inklusive fast halbstündiger Pause in nicht einmal 90 Minuten. Trotzdem fehlt es der für kleinere Zuschauer adaptierten Fassung - seit Mittwoch in der Alten Oper Frankfurt zu sehen - an nichts. Nur, dass eben auf ausuferndes Gesinge und allzu schwierige Passagen verzichtet wird. Prinz Tamino (Sebastian Huther) wird von einer riesigen Schlange bedroht, vor der ihn die „Königin der Nacht“ (Renate Gärtner) rettet. Aus Dank verspricht er der herrischen Fürstin, ihre Stieftochter Pamina (Semira Samar) aus den Händen Sarastros (Jörg Schäfer) zu befreien. Als Unterstützung stellt die Königin ihm den etwas trotteligen aber liebenswerten Vogelfänger Papageno (Hans-Dieter Maienschein, der auch Regie führte) zur Seite. Gemeinsam zieht das ungleiche Paar los, die schöne Prinzessin zu retten. Der Beginn eines spannenden Abenteuers, denn bis Papageno seine Papagena und Tamino Pamina in die Arme schließen können, gilt es, allerlei Proben zu bestehen und dem hinterhältigen Monostatos (Sven Marko Schmidt) zu entkommen. Hans-Dieter Maienschein, der in der Inszenierung von „Erwachsenenstoff“ für Kinder erfahrene Leiter des Frankfurter Papageno-Theaters, macht aus Mozarts Oper ein kindertaugliches Stück, was umso leichter ist, als der Salzburger selbst es bereits so verfasste, dass Groß und Klein, Gebildete wie weniger Gebildete ihre Freude daran haben konnten.

Maienschein reduziert das Bühnenbild auf ein Minimum, verzichtet auf Kulissenwechsel und konzentriert sich stattdessen auf die Figuren. Tamino ist der Verträumte, Suchende, der sich schon beim Anblick von Paminas Bild unsterblich in die Prinzessin verliebt. Sein Begleiter Papageno - von Maienschein mit viel Schalk gespielt, so dass er schnell zum Liebling der Kinder avanciert - hingegen ist ein Genussmensch, der ganz im Hier und Jetzt verhaftet ist und vor allem den eigenen Vorteil im Blick hat. Wenn Papageno gegenüber Pamina spottet, „Ihr könnt nicht diese Prinzessin sein, denn ihr gleicht dem Bild nicht gänzlich. Ihr habt Füße, Taminos Prinzessin nicht“, dann freuen sich die Kinder hörbar. Dass das bunte Plappermaul schon durch die erste Prüfung rasselt, ist da schnell verziehen, zumal Tamino am Ende auch ohne Unterstützung des großspurigen Vogelfängers „seine“ Holde erobern kann.

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„Die kleine Zauberflöte“ ist eine liebevoll inszenierte, aufs Wesentliche reduzierte Version der großen Mozart-Oper, die Spaß macht, jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Dass aufgrund der Kürze auf bestimmte Handlungsstränge verzichtet wurde, kann zwar dazu führen, dass Kenner sich mit der komprimierten Version schwer tun. Dafür erschließt das „Papageno Theater“ das Operngenre für den Nachwuchs, ohne diesen mit allzu viel Musik und Gesang zu überfordern. Trotzdem gehören die von Irina Fundiler (Geige) und Stany Anders bzw. Serhiy Safulin (Piano) begleiteten Arien, darunter auch das berühmte „Der Vogelfänger bin ich, ja“, zu den Höhepunkten eines kurzen aber äußerst gelungenen und sehr beschwingten Theater-Nachmittags.

Quelle: op-online.de

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