Stolze Athleten, enge Wechselzone

1000 Sportler beim Dieburger „10 Freunde Team Triathlon“

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380 Meter Schwimmen, 18 Kilometer Radfahren, 4,2 Kilometer Laufen: Das waren die Distanzen, die die Sportler am heißen Sonntag hinter sich bringen mussten.

Dieburg - Beim siebten „10 Freunde Team Triathlon“ sind rund 1 000 Sportler an den Start gegangen. Für die Organisation gab es viele positive Rückmeldungen. Von Jens Dörr

Als Bea Bauer am Sonntagmorgen am Rand des 50-Meter-Beckens im Ludwig-Steinmetz-Bad steht, da schwankt sie zwischen Vorfreude und Anspannung. „Mein erster Triathlon“, sagte sie, die aus Oberfranken kommt, lächelnd. Freunde wohnen in Frankfurt und Mühlheim, haben im Rahmen der „10 Freunde“-Serie schon bei den Triathlon-Ausgaben in Frankfurt und Darmstadt mitgemacht und das auch für Breitensportler taugliche Format liebgewonnen. Diesmal ist Dieburg dran. „Der Wettkampf ist eine super Möglichkeit, als Einsteiger reinzuschnuppern“, meint Bauer. Kurz darauf springt sie ins Wasser, am heißen Sonntag fast beneidenswert. Was nicht unbedingt für das gilt, was Bauer und rund 1100 andere gemeldete Starter (von denen an die 1000 antraten) erwartet: 380 Meter Schwimmen, 18 Kilometer Radfahren, 4,2 Kilometer Laufen.

18 Kilometer mussten die Sportler beim Radfahren zurücklegen.

Der „10 Freunde Team Triathlon“ ist Dieburgs größte Sportveranstaltung, findet zum insgesamt siebten Mal statt, zum dritten Mal unter der Regie von Henning Müller (Agentur sportwärts, Maintal). Nachdem die Stadt im Vorjahr kurzerhand das Freibad sperren musste, flogen ihm diesmal erneut Knüppel zwischen die Beine: Die immer wieder verschobene Sanierung des städtischen Sportplatzes neben dem Freibad startete in diesem Jahr just wenige Tage vor dem Triathlon und zwang Müller recht kurzfristig zur Verlegung der Wechselzone vom Rasenplatz auf den Schwimmbad-Parkplatz.

„Für uns Athleten war die Wechselzone im letzten Jahr deutlich besser, weil man da mehr Platz hatte“, sagt Teilnehmer Holger Schuck vom Team der Freiwilligen Feuerwehr Klein-Zimmern nach getanem Werk. Auch Müller hat an der Verlegung zu knabbern: „Für uns ist es diesmal aufwändiger und teurer.“ Eine Aussage, die in den Ohren klingelt. Denn die Dieburger Ausgabe des Team-Triathlons, bei dem die zehn Mitglieder eines Teams gleichzeitig starten, jeder ein Zehntel einer Langdistanz absolviert und am Ende in der Mannschaft sowie einzeln gewertet wird, ist gegenüber den Stationen in Darmstadt, Frankfurt und 2018er-Neuling Nürnberg in Sachen Wachstum begrenzt. „Mehr als 1 300 oder 1 500 Teilnehmer werden wir hier bei allen Anstrengungen nicht bekommen“, glaubt Müller.

Neben Radfahren und Schwimmen gehörte 4,2 Kilometer Laufen zum Triathlon.

Das Engagement der Sponsoren ist in Dieburg überschaubar. Für seine Ein-Mann-Agentur plus Azubi und riesigem Szenenetzwerk stellt der Triathlon im Freibad, auf der Radstrecke zwischen Dieburg und Klein-Zimmern sowie auf dem Laufkurs im Schlossgarten kommerziell die uninteressanteste seiner jährlich vier Veranstaltungen dar. Was allerdings nicht heiße, dass Müller seinen Absprung plane. „Ein bisschen was sollte sich aber ändern“, lässt Müller durchblicken, dass in Sachen unbürokratischer Unterstützung durch die Stadt noch Luft nach oben bestehe.

Derweil positiv für den Macher: „Wir haben die bisher beste Situation bei den Helfern.“ 45 packen rund um die Strecke mit an, darunter Mitglieder des Dieburger Wassersportvereins und des Roten Kreuzes. Vom Klein-Zimmerner Schuck kriegt Müller trotz der engeren Wechselzone den gehobenen Daumen: „Die Organisation ist klasse!“ Über beide Backen strahlt inzwischen auch Oberfränkin Bea Bauer: „Ich hab’s geschafft!“, jubelt sie im Ziel. Und hat bereits den Folgeplan entwickelt: „In Hamburg will ich die Olympische Distanz bewältigen.“ Die umfasst einen Kilometer Schwimmen, 40 Kilometer im Sattel und zehn Kilometer per pedes. Wozu es in Dieburg schon zweieinhalb ausdauernde Freunde gebraucht hätte.

Bilder: Triathlon in Dieburg

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