18 000 Löcher in der Decke

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Hat noch viel Arbeit vor sich: Steffen Otto kontrolliert noch einmal die Zulaufhülse für den Feinzement, der gerade durch die beiden Schläuche in die Decke gepumpt wird. Im Hintergrund zugespachtelt sind bereits verfüllte Löcher zu erkennen.

Dieburg ‐ Die Decken sind übersät mit schwarzen Miniaturhülsen. Dazu erfüllt das leise Summen zweier Pumpmaschinen die leeren Gänge der Goetheschule. Obwohl es das monotone Geräusch kaum vermuten lässt, die beiden Pumpen arbeiten derzeit unter Hochdruck. Von Dirk Beutel

Während für die Schüler noch immer Ferien angesagt sind, gehen die Grundsanierungsarbeiten im Hauptgebäude der Goetheschule in die nächste Runde - wenn auch in eine unvorhergesehene. Nachdem der Trakt mittlerweile vom Asbest befreit wurde, dominieren aktuell umfangreiche Sanierungsarbeiten an den Betondecken den Baualltag.

Nach Angaben von Kreis-Pressesprecher Frank Horneff sei aufgrund dessen in der Bevölkerung das Gerücht aufgekommen, dass die Standfestigkeit des Gebäudes nicht gewährleistet sei. „Dem war und ist nicht so“, erklärt der Pressesprecher. Allerdings waren diese Maßnahmen nicht geplant. Dadurch erhöhen sich die Kosten der Grundsanierung von rund 3,2 auf etwa 3,9 Millionen Euro.

Im Frühjahr 2011 soll die Sanierung abgeschlossen sein

Außerdem verzögert sich der Einzug der Schulklassen, die noch immer in den Containern auf dem Schulhof unterrichtet werden, um etwa sechs Monate, wie Horneff bestätigt: „Etwa im Frühjahr 2011 sollte die Grundsanierung komplett abgeschlossen sein.“ Ursprünglich sollten die Arbeiten zu Beginn des neuen Schuljahres 2010 / 2011 fertig sein.

Mittlerweile wurde die Decke im zweiten Stock gründlich saniert. Im ersten Stock haben die Bauarbeiter etwa die Hälfte hinter sich gebracht. Insgesamt wurden rund 18 000 Löcher in die Decken der Unterrichtsräume gebohrt. Mithilfe der Pumpen und der „Hülsentrichter“ sollen vorhandene Hohlräume mit einem Feinzement gestopft und verpresst werden.

Aufspritzen und dokumentieren

Wir schaffen etwa 200 Löcher am Tag. Für einen großen Unterrichtssaal brauchen wir eine knappe Woche“, sagt Bauarbeiter Steffen Otto, der nach und nach die Schläuche mit dem Zement mit dem nächsten Mini-Trichter verbindet.

Am anderen Ende der Schläuche dokumentiert Steffen Baumbach akribisch, wieviel von dem Bindemittel pro Loch gerade in die Hohlräume der Decke gepumpt wird. „Die Menge schwankt immer zwischen einem und zwei Litern pro Loch“, erklärt Baumbach, der schon die nächste Ladung in einer Mischmaschine fertig stellt.

Sobald dieser Arbeitsabschnitt zu Ende geht, sollen endlich Installateure, Maler und Verputzer anrücken.

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