Im Dieburger Erlenweg

81-Jährige erstochen: Ermittlungen laufen auf Hochtouren

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Die Spurensicherung war am Samstagnachmittag bei ihrem Einsatz am Erlenweg auf der Suche nach Beweisen.

Dieburg - Erstochen wurde die 81-jährige Frau, die am Samstag tot in ihrem Haus im Dieburger Erlenweg aufgefunden worden war. Die Leiche habe mehrere Schnittverletzungen, bestätigten Polizei und Staatsanwaltschaft in Darmstadt. Seitdem laufen die Ermittlungen auf Hochtouren. Von Konstanze Löw 

Am Dienstag haben die Ermittler der Sonderkommission „Erle“ den Fahndungsdruck nach dem Täter, der die 81-jährige Seniorin in ihrer Wohnung im Erlenweg mit mehreren Schnittverletzungen getötet hat, erhöht. Am Dienstagmorgen rückten Beamte der Kriminalpolizei aus, um am nahegelegenen Freizeitzentrum auf Spurensuche zu gehen. Im Wolfgangsee waren außerdem Polizeitaucher im Einsatz, die auf dem Grund des Sees nach Beweismitteln suchten. „Die Beamten haben nach Spuren des Täters und nach der Mordwaffe gesucht. Denn oft werden diese nach der Tat in Gewässern oder im Gebüsch entsorgt. Leider blieb die Suche am Dienstag erfolglos“, erklärte die Pressesprecherin der Staatsanwaltschaft, Barbara Sieger, auf Nachfrage des DA.

Der Fall hat nicht nur in der Gersprenzstadt Trauer, Wut und Angst hervorgerufen – er ist auch im gesamten Rhein-Main-Gebiet Thema. So war ein Filmteam des Hessischen Rundfunk am Dienstagmorgen vor Ort, um am Wolfgangsee Aufnahmen einzufangen. Zudem haben die Beamten rund um den mittelbaren Tatortbereich im Wohngebiet sowie in Dieburger Geschäften, am Bahnhof, in öffentlichen Einrichtungen und in der Groß-Zimmerner Innenstadt Fahndungsplakate aufgehängt und ausgelegt. Das Plakat (Bild siehe unten) ruft die Bürger zur Mithilfe auf und grenzt die Tatzeit auf Freitag, 24. März, ab 16 Uhr, ein. Die Leiche der allein lebenden Frau wurde vom Schwiegersohn am Samstag in ihrer Wohnung entdeckt.

Die Spurenlage ist durchaus viel versprechend: Die Ermittler gehen davon aus, dass sich auch der Täter durch Schnitte verletzt hat. Zudem fanden sie in der Wohnung eine grobgliedrige, silberfarbene Kette, die nicht dem Opfer gehörte. Und: Zeugen zufolge soll am Freitag ein unbekannter Pflegedienst im Haus der 81-Jährigen vorstellig geworden sein, um über Neuerungen des Pflegegesetzes zu informieren.

Deshalb haben die Ermittler viele Fragen an die Bürger, die sie auch auf dem Fahndungsplakat abgedruckt haben: Wo ist jemand mit Schnittverletzungen aufgefallen oder hat sich behandeln lassen? Wer kennt die Kette, die am Tatort gefunden wurde, und kann Hinweise auf deren Besitzer geben? Welcher Pflegedienst war in dem Haus vorstellig, und gibt es weitere Personen, die am Freitag Besuch von einem unbekannten Pflegedienst hatten? Welche Personen haben das Haus der 81-Jährigen am Tattag aufgesucht? Außerdem werden Zeugen gesucht, die am Freitag verdächtige Personen und Fahrzeuge im Bereich des Erlenwegs, Buchenwegs und rund um den Wolfgangsee bemerkt haben. Die Hinweise, die aufgrund der Fahndungsplakate bei den Beamten eingingen, stuft Sieger als nützlich ein. Es seien bisher viele Spuren aus der Bevölkerungen gemeldet worden. „Die richtig heiße Fährte war aber bisher noch nicht dabei“, teilte die Staatsanwältin am gestrigen Mittwoch mit. Weitere Infos könne sie aus ermittlungstaktischen Gründen nicht herausgeben.

Mit diesem Plakat fahnden die Ermittler öffentlich nach dem Täter.

Nachdem die Beamten der Polizei am Samstagnachmittag den Tod der Seniorin festgestellt hatten, setzten sie in dem ruhigen Wohngebiet im Dieburger Westen nahe des Vereinsgeländes vom SC Hassia Dieburg und des Wolfgangsees auch einen Hubschrauber und Personenspürhunde zur Fahndung ein. Zwei Straßen um den Fundort der Leiche im Erlenweg wurden abgesperrt. Hinweise nehmen die Ermittler rund um die Uhr per E-Mail an soko.erle.ppsh@polizei. hessen de oder telefonisch unter Tel.: 06151/9694101 entgegen.

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