Zweitklässler keltern Apfelsaft

Aber bitte ohne Wurm

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Bis aus den reifen Früchten Saft wird, ist es noch ein langer Weg. Hobbykelterer Norbert Tüßhaus erklärt, wie’s funktioniert.

Dieburg - „Iiiih, da ist ein Wurm drin“, schreit Leah. Die Siebenjährige verzieht ihr Gesicht und zeigt auf die Plastikwanne, in der mehrere Kilogramm Äpfel schwimmen. „Kein Problem“, beruhigt Norbert Tüßhaus das Mädchen. Von Lena Marie Jörger

Mit einem Sieb fischt er das Kriechtier aus dem Wasser und lässt es einen Meter weiter ins Blumenbeet fallen. „Den wollen wir schließlich nicht zerquetschen. “.

Zerquetscht werden an diesem Morgen nur Äpfel. Alle Zweitklässler der Marienschule – sie kommen in drei Gruppen – pressen gemeinsam mit dem Dieburger Norbert Tüßhaus Apfelsaft. „Wir haben das Thema Apfel im Unterricht behandelt“, erklärt Inge Fiedler, Klassenlehrerin der 2 a. „Jetzt erleben die Kinder hautnah, wie aus dem Obst Saft wird.“

Drei große Körbe voll Äpfel haben die Schüler dafür mit in den Garten von Tüßhaus in der Kettelerstraße gebracht. Der Kontakt zwischen ihm und der Schule kam privat zustande. Gesammelt hat jeder Schüler für sich. „Ich habe bei meiner Oma Äpfel gepflückt“, ruft Jassin stolz. Mit hochgekrempelten Ärmeln steht er vor der Wanne mit den Früchten. Mit einer Hand rührt er im Wasser. „Das Waschen ist der erste Schritt“, weiß Kelterprofi Tüßhaus. Normalerweise verarbeitet er Äpfel zu Apfelwein. Für die Marienschüler macht er aber eine Ausnahme. Nach dem Waschen werden die Äpfel im Häcksler geschreddert. „Der sieht ja aus wie ein großer Mixer“, findet Leah. Einer nach dem anderen schütten die Schüler das Obst in den Trichter. Unten kommt es als Brei - Maische - wieder heraus, was bei den Kindern allerdings enttäuschte Gesichter hervorruft: „Das ist ja noch gar kein Saft!“

Flüssig wird der Brei erst einige Minuten später in der Kelter. Gebannt hören die Zweitklässer Tüßhaus zu, als er erklärt, wie sie funktioniert. Dann dürfen die Kinder selbst ran und die Presse drehen. „Jetzt kommt was!“, meldet Leah. Aufgeregt drängeln sich ihre Mitschüler um den Ausguss, aus dem langsam der braune Saft plätschert.

Am Ende haben die Schüler mehr als 20 Liter gepresst - jeder darf davon mit nach Hause nehmen. Sichtlich stolz präsentieren die Kinder ihre mitgebrachten Flaschen mit dem süßen Inhalt. Probiert wird auch gleich. Über das Ergebnis sind sich alle einig: „Total lecker!“

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