„Menschen kann man nicht neu kaufen“

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Erst schauen und Handzeichen geben, dann gehen - das richtige Verhalten an Zebrastreifen und Ampeln lernten die künftigen Schulanfänger des evangelischen Kindergartens in der Odenwaldstraße bei einer Schulung des ADAC.

Dieburg (lho) - Besuch von Juliane Wagner vom ADAC und Adacus, dem Verkehrsraben, bekamen jetzt die künftigen Schulanfänger des evangelischen Kindergartens in der Odenwaldstraße.

„Die schleppen Autos ab, die stehen bleiben“, weiß ein Knirps auf Wagners erste Frage zu antworten, ob sie den ADAC kennen. Das Wohl seiner motorisierten Mitglieder ist aber nicht das einzige Thema, das dem ADAC am Herzen liegt.

Und so ist Wagners und Adacus Aufgabe auch, den Kindern zu zeigen, wie man sicher über Zebrastreifen und Ampel kommt. Zum Aufwärmen können die Kinder die wichtigsten Regeln bei einem Mitmachlied üben: Zuerst nach links schauen, dann nach rechts und dann noch mal nach links und am Zebrastreifen den Arm ausstrecken, damit die Autofahrer einen besser sehen.

Zebrastreifenteppich und eine Ampelanlage

In der Mitte des Turnraums warten schon ein Zebrastreifenteppich und eine Ampelanlage für den praktischen Teil. Und auch wenn die Kinder es kaum abwarten können, als Autos und Fußgänger auf den Parcours zu gehen, wird es erst noch einmal theoretisch.

„Wieso soll man als erstes nach links schauen?“, fragt Wagner. „Weil die Autos als erstes von links kommen“, so die Antwort, die mit einiger Mühe gemeinsam erarbeitet wird. „Beim Schauen müsst ihr den Autofahrern ins Gesicht gucken, damit ihr merkt, ob sie euch gesehen haben“, erklärt Wagner. „Wann darf man an einer Ampel gehen?“, will sie von ihren kleinen Lehrgangsteilnehmern wissen. Eine Frage, die die Kinder leicht zu beantworten finden: „Wenn’s grün ist!“, kommt es gleich aus mehreren kleinen Mündern. Doch ganz so einfach darf man es sich auch an der Ampel nicht machen. „Manchmal sehen die Autofahrer nicht, dass für sie rot ist oder sie können bei Glatteis nicht rechtzeitig bremsen“, warnt Wagner.

Doch auf den verlockenden Parcours mit Zebrastreifen und Ampel geht es für die 17 Verkehrsanfänger immer noch nicht. Wagner zeigt ihnen Bilder mit verschiedenen Verkehrssituationen: Willi rennt trotz roter Ampel seinem Ball auf die Straße hinterher, ein Radfahrer transportiert sein Kind ohne Kindersitz auf dem Gepäckträger – und keiner von beiden trägt einen Helm, Kinder stehen am Zebrastreifen, schauen nach links und rechts und geben Handzeichen.

Dass die Kinder im Bild genau das umsetzen, was die Kindergartenkinder soeben gelernt haben, ist schnell geklärt und dass sich der Radfahrer nicht richtig verhält ebenso. Dass Willi seinem Ball nicht auf die Straße nachlaufen soll, ist sowieso sonnenklar. „Weil Menschen kann man nicht neu kaufen“, erklärt ein Knirps.

Dann endlich ist es soweit: Die Kinder ziehen sich Leibchen mit Bildern von Autos und Kindern an und werden so zu Lastwagen-, Motorrad- oder Pkw-Fahrern oder eben zu Jungen und Mädchen, die sicher über die Straße kommen wollen.

Mit viel Spaß geht es ans Üben

Mit viel Spaß geht es ans Üben, während die Autofahrer mit „Brummbrumm“ und „Äääng“ ihre Runden drehen, postieren sich die Fußgänger am Zebrastreifen und später an der Ampel. Und die kleinen Verkehrsanfänger merken dabei, dass es gar nicht so einfach ist, das eben Gelernte in die Praxis umzusetzen. Mal wird vergessen, den Arm auszustrecken, mal der Kopf so wild hin und her geworfen, dass ein richtiger Blick auf den Verkehr nicht möglich ist, geschweige denn einer in die Augen des Autofahrers.

Wenn sich eben einer der kleinen Autofahrer noch über die Mühen der Fußgänger amüsiert hat, so wird er kurz darauf eines Besseren belehrt. Ein Tausch der Leibchen bringt auch einen Rollenwechsel mit sich, und nun müssen die ehemaligen Autofahrer sich als Fußgänger bewehren und stehen promt vor den gleichen Problemen. Glücklicherweise ist genügend Zeit zum Üben und am Ende klappt es dann mit Schauen, Signal geben und über die Straße gehen schon ganz gut.

Und bis zum Schulanfang nach den Sommerferien bleibt den Knirpsen ja auch noch Zeit, das neu Gelernte weiter zu üben.

Quelle: op-online.de

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