„Äla-Abend“ fällt nach Brand im Zeughaus aus

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Rußbildung am Fenster zum Archivraum (rechts oben) kündete auch nachdem das Feuer gelöscht war vom Brand.

Dieburg (jd) ‐ Aus dem Aufwecken der Fastnacht wurde am Samstagabend nichts: Wegen eines Brands im Zeughaus fiel der für 19.11 Uhr geplante „Äla-Uffweck-Owend“, dessen Erlös zugunsten einer neuen Orgel in der Dieburger Wallfahrtskirche gespendet werden sollte, aus. Ein Raum wurde zerstört, Personen kamen nicht zu Schaden.

Gegen 14.15 Uhr am Samstag bemerkte Karnevalvereins-Präsident Friedel Enders das Feuer im Archivraum im ersten Stock des Zeughauses in der Industriestraße. Thomas Albert, Technik-Mitarbeiter des KVD, griff zum Feuerlöscher. „Als der Rauch über mir zusammenschlug, bin ich raus aus dem Raum.“ Da sei das Feuer zunächst aus gewesen, habe sich dann aber wieder entzündet.

Als wenige Minuten später die Feuerwehr anrückte – insgesamt waren drei Dutzend Feuerwehrleute und sechs Fahrzeuge im Einsatz – stand der Raum wieder in Flammen. Nach zehn Minuten seien die aber unter Kontrolle gewesen, sagte Martin Knapp von der Freiwilligen Feuerwehr Dieburg am Samstagabend.

Archivraum komplett zerstört

Im Archivraum war unter anderem technisches Gerät untergebracht, etwa ein Fernseher und ein Videomischer. Der Raum habe „einen Totalschaden“, wie es Feuerwehrmann Knapp formulierte.

Die Polizei vermutet, dass der Brand durch einen technischen Defekt an einem Mischpult ausgelöst wurde.

Ein Übergreifen auf andere Räume des ersten Obergeschosses verhinderte der Einsatz der Feuerwehr. „Wir konnten das Feuer auf den Raum begrenzen“, so Knapp. Allerdings sei auch die Halle im Erdgeschoss, wo der „Äla-Uffweck-Owend“ hätte stattfinden sollen, in Mitleidenschaft gezogen worden: „Die Halle war stark verqualmt“, beschrieb es Knapp. Die Feuerwehr setzte Belüftungsgeräte ein.

Aufräumarbeiten noch am selben Abend

Knapp sprach wie KVD-Mann Albert außerdem über eine starke Rußentwicklung. Albert: „Es ist alles ein bisschen schwarz geworden.“ Glück im Unglück: Die im Zeughaus gelagerten Kostüme, die in einem anderen Raum des ersten Stocks zu finden sind, blieben vom Feuer verschont.

Der Schaden wurde bislang noch nicht beziffert. Der KVD betrieb im Hinblick auf die ausverkaufte Abendveranstaltung Krisenmanagement: Über E-Mail, die KVD-Website und die Fastnachts-Website informierte der Karnevalverein über die kurzfristige Absage.

Pressesprecher Wolfgang Dörr teilte mit, dass Friedel Enders gar live auf FFH zu hören gewesen sei, um möglichst viele Karteninhaber zu erreichen. Am frühen Abend hatten bereits rund 50 Helfer des KVD erste Putz- und Aufräumarbeiten vorgenommen. Neben ihnen und der Feuerwehr war auch ein Rettungswagen vor Ort. „Ein solcher Einsatz ist für die Feuerwehrleute ja nicht ganz ungefährlich“, sagte Knapp. Ob der „Äla-Uffweck-Owend“ nachgeholt wird, stand am Wochenende noch nicht fest.

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