Zeughaus-Studio statt Römerhallen-Bühne in Dieburg

„Äla-Show“ war „H.K.D.“

Zeughaus-Studio statt Römerhallen-Bühne: Bernd Wolfenstädter (links) und Tom Bonifer haben die „Äla-Show“ live moderiert und sich zwischendurch auch das obligatorische Hütchen genehmigt.
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Bernd Wolfenstädter (links) und Tom Bonifer haben die „Äla-Show“ live moderiert und sich zwischendurch auch das obligatorische Hütchen genehmigt.

Das Online-Format des Karnevalvereins hat viel Lob geerntet und wartet mit einigen Überraschungen auf. Bis zu 1 600 Haushalte haben bei der ersten Show am Samstagabend zugeschaut.

Dieburg – Das war „H.K.D.“: Was eigentlich der Name einer Dieburger Kultkneipe in der Groß-Umstädter Straße war und für ihren Betreiber Helmut Karl Diehl stand, stiebitzte Bernd Wolfenstädter am Samstagabend für seine Beschreibung der „Äla-Show“. Gegen Ende der furiosen zweieinhalbstündigen Sendung, die der Karnevalverein Dieburg (KVD) übers World Wide Web tatsächlich in alle Welt ausstrahlte, nahm der erfahrene Sitzungspräsident an der Seite des jungen, aber sehr souverän auftretenden Co-Moderators Tom Bonifer das „H.K.D.“ für „Hammer, klasse, dynamisch!“ her. Wohl wahr, wie auch die Lobeshymnen der Zuschauer im Chat zeigten, der die Show im KVD-Kanal der Videoplattform Youtube flankierte.

Zu Beginn des Abends zeigte Youtube unter dem Video 700 zugeschaltete „Zuschauer“ an, die schnell auf mehr als 1 000 anwuchsen (in der Spitze auf 1 600) und die die ganzen 150 Minuten deutlich vierstellig hielten. Wobei es sich dabei um 1 000 bis 1 600 Internet-Anschlüsse handelte, dank derer in vielen Fällen pro Anschluss mehrere Personen die Narretei erlebt haben dürften. Die „Äla-Show“ dürften konservativ gerechnet mehr als 2 500 Menschen verfolgt haben – so viele wie sonst bei fünf, sechs Sitzungen in der Römerhalle.

Zunächst einmal: Technisch lief alles reibungslos und vom „TV-Studio“ Zeughaus aus in bemerkenswert hoher Qualität ab. Was sowohl die bestens ausgeleuchteten Moderatorenplätze als auch deren Ton betraf. Auch die drei Live-Schaltungen nach „draußen“ funktionierten perfekt und betteten sich in die Show ein. Zwei „Musketiere“ aus Dieburgs Partnerstadt Aubergenville grüßten feucht-fröhlich, auch wenn sie demnächst wohl zum zweiten Mal in Folge auf ihr Maifest verzichten müssen. Mehrere, über verschiedene Webcams zugeschaltete Vertreter des Kerbvereins Groß-Zimmern, der die Narren seit Samstag auch per Banner am Dieburger Marktplatz grüßt, reckten die Daumen ob des Gebotenen steil nach oben. Hingucker und Hinhörer hatte zudem Dieburgs katholischer Pfarrer Alexander Vogl zu bieten: Nicht nur, dass er die Jungfrau Maria und das Jesuskind in einen KVD-Schal gehüllt hatte; er überraschte sogar die Moderatoren mit einer eigenen Version von „Heile, heile Gänsje!“. Kostprobe: „Covid kriegt uns niemals klein – drum stimmt trotz Aerosolen ein: Heile, heile Gänsje ...“ Trotz gestrichener Narrenmesse am Fastnachtssamstag in der Stadtpfarrkirche kündigte er für die tollen Tage eine Predigt in Reimform an.

Gereimt, gesungen und getanzt wurde auch in den vielfältigen und stets kurzweiligen Clips, die das Team der „Äla-Show“ in vielen Tagen mit Sichtung, Auswahl und Schnitt zusammengestellt hatte. Neben den Moderatoren besteht das Team insbesondere aus Peter Liste, Markus Thomas, Rudolf Hornung, Sven Kempf, Jochen Hammer, Manuela Paul, Janet Rocke, David Wunderlich, Bettina Steinmetz und Jürgen Schaarvogel. Insgesamt sind in das Projekt aber 55 Personen involviert. Zu sehen waren Sequenzen aus den vergangenen 28 Jahren – so lange schon hält der KVD seine Sitzungen in digital verwertbaren Bewegtbildern fest. Wobei nicht nur die bildtechnischen Unterschiede zwischen den früheren und heutigen Aufnahmen deutlich wurden, sondern auch zwischen der Enge der Ludwigshall’ (sowohl im Saal als auf der Bühne) im Vergleich zur geräumigen Römerhalle. Neben Einspielern etwa mit den „Schnullern“, den Speeslochfinken, der Becker-Family, den Äla-Fetzern, Tanzgruppen und Vortragenden rundeten auch ein „Hinter den Kulissen der Luha“ und 400 per Handy verschickte, während der Moderation eingeblendete Textgrüße der Zuschauer die fulminante Sendung ab.

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