Äla-Stammlektüre im Netz

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Bernd „Berti“ Grimm mit der „Holzisch Laderrn“ vor dem Computer. Dort aktualisiert er ständig die Seite „http://www.dibborsch.de“.

Dieburg (jd) ‐ Seit dem 31. Januar 2000 wird die Narretei der Dieburger Fastnacht auch online ausgelebt: An diesem Tag veröffentlichte Bernd „Berti“ Grimm die Website „www.dibborsch.de“.

„Die Möglichkeiten des Internets haben mich überwältigt“, schaut er zurück – genau elf Jahre: Denn so lange gibt es das Angebot bereits, ununterbrochen. Das närrische Bestehen ist mehr als ein Jubiläum von Bits und Bytes: Es ist der Äla-Geburtstag einer Seite, die für hunderte Fastnachter inzwischen zur Stammlektüre gehört. 

Von Beginn an verbreitete Grimm auf „dibborsch.de“ Amüsantes und Informatives im Netz, in dem zu dieser Zeit gerade ältere Semester noch kaum online waren. Die Zeitungen der Region hatten noch keine umfangreichen Internet-Angebote erstellt, auch der Karnevalverein Dieburg (KVD) war im World Wide Web noch nicht präsent. Entsprechend fand Grimm eine Lücke und schnell ein breites Publikum: Das wuchs mit der steigenden Zahl von Anschlüssen in Privathaushalten, aber auch auf Arbeitsplätzen. Immerhin kann Grimm nachverfolgen, wenn von Firmenanschlüssen auf die Seite zugegriffen wird. Ob er es möchte oder nicht: Ein kleines Bisschen dürfte er mit seinen närrischen Inhalte das Steigern des Bruttosozialprodukts aufgehalten haben. Heute verzeichnet er an den Tollen Tagen bis zu 1000 Seitenaufrufen, doch selbst im Sommer hat er täglich mehrere Dutzend Besucher. In dieser Zeit wird die Seite seltener mit neuen Inhalten bestückt, ganz brach liegen lässt Grimm sie aber auch dann nicht: Unter anderem die Möglichkeit, Äla-Postkarten aus dem Urlaub an die Fastnachtsstadt Dieburg zu schicken und die Daheimgebliebenen zu grüßen, bringt neue Geschichten.

„Deiwelsgeije“ im Ausland begehrt

Ursprünglich erdachte der Polizist die Seite „nur“ für seine eigene Fastnachtsgruppe, schnell interessierten sich aber auch 30 andere Gruppen dafür. Inzwischen präsentieren sich rund 60 Gruppen auf „www.dibborsch.de“. Nur wenige aus dem Dieburger Fußvolk sind dort nicht vertreten. Doch nicht nur „Hooseblooser“, „Krebbelschnude“ und – jetzt neu – „Ourumpel“ sind offenbar von großem Interesse für viele Menschen: Für seine Bauanleitungen für „Deiwelsgeije“ hat Grimm schon Nachfragen aus Italien, Österreich und ganz Deutschland erhalten. Neue Infos stellt er meist auf die Startseite, auch Audio-Dateien und Links, die unter anderem zum Online-Angebot des DA führen.

Das Layout hat Grimm in den elf Jahren nur einmal grundlegend überarbeitet. „Ich mache das mit Frontpage“, sagt er und werkelt im Programm auch mal im HTML-Text herum, um das Erscheinungsbild der Seite zu perfektionieren. Ein Renner sind auch die Fotos von den Umzügen, die Peter Hühner für Grimm schießt.

Tollitäten-Börse startet am 14. Februar

Er selbst habe wohl schon „tausende Stunden“ investiert, doch der Spaß an der Sache ist nach wie vor da. Dennoch findet der Träger der „Holzisch Laderrn“ – die überreichte ihm der KVD für das Engagement rund ums Internet, wo Grimm auch die Website des Karnevalsvereins managt – in der Hochzeit der Fastnacht durchaus noch Zeit, selbst die Highlights wie Zug und Prinzenempfang zu genießen.

In Kürze geht wieder Bernd „Berti“ Grimms „Tollitäten-Börse“ los: Ab dem 14. Februar können wieder Prinz und Prinzessin getippt werden. Das Paar exakt zu prognostizieren, hat bis heute niemand geschafft. Grimms Börse zum An- und Verkauf von Sitzungskarten läuft bereits. Auch die Äla-Buttons bringt er wieder unter die Leute. Individuelle Buttons produziert Grimm auf Anfrage – natürlich über die Website „dibborsch.de“.

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