Alle singen für guten Zweck

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Friedel Wilhelm hat ein Konzert aller Eppertshäuser Chöre für das Projekt in Miguel Couto organisiert.

Dieburg/Eppertshausen ‐ Auch wenn in Deutschland nicht gerade rosige Zeiten durchlebt werden, gilt es doch den Blick auf andere Länder zu richten, in denen extreme Armut zum Alltag gehört. Betroffen von Not sind besonders Kinder und hier gerade diejenigen, die ohne Eltern sind und ohne ein Zuhause leben müssen. Von Jasmin Frank

Vor allem am Rande der großen Metropolen in Südamerika ist das Elend massiv zu spüren, wie der Eppertshäuser Friedel Wilhelm berichtet: „In den Slums leben Kinder, die schon im Alter von fünf oder sechs Jahren drogensüchtig gemacht und als Dealer benutzt werden. Sie hausen in Pappkartons und haben keinerlei Zukunftsperspektiven.“

Diesen Zustand zu beenden hat sich das Projekt „Casa do Menor“ vorgenommen, dass in Miguel Couto, einem Außenbezirk von Rio de Janeiro eine Betreuungseinrichtung errichtet hat. Ausschlaggebend dafür war der verstorbene Pfarrer Monsignore Manfred Gärtner der Pfarrgemeinde Sankt Wolfgang in Dieburg, von wo aus pro Jahr über 100 000 Euro an Spendengeldern aufgetrieben werden.

Spendengelder fließen direkt in das Projekt

Aufgeführt wird das Konzert am Sonntag, 7. März, um 17 Uhr in der Pfarrkirche Sankt Sebastian in Eppertshausen. Der Eintritt ist frei.

Ich bin als ehemaliger Banker für die Verwaltung der Finanzen zuständig und kann versichern, dass alle Gelder direkt in das Projekt fließen. Mehrmals pro Jahr sind wir vor Ort und schauen nach, dass alles seine Ordnung hat“, informiert der 76-jährige Rentner, der voller Tatendrang steckt. Über 150 Kinder sind in dem Haus nicht nur untergebracht, sondern besuchen auch altersentsprechend die Grundschule oder das Ausbildungszentrum.

Ziel ist es, den Kindern Heimat und Geborgenheit zu geben, aber auch den Weg in eine Zukunft mit Beruf zu ebnen. Dafür ist die Initiative auch schon mit der „Tiradentes Medaille“ ausgezeichnet worden. Um das nötige Geld für die Erhaltung des Straßenkinderhauses zusammenzubringen, lassen sich die Unterstützer einiges einfallen, allen voran Friedel Wilhelm, der schmunzelt: „In Eppertshausen gibt es ja einige gute Chöre, deren Konzerte beim Publikum immer sehr gut ankommen. Da dachte ich mir, warum nicht mal nachfragen, ob sie bereit wären, für unser Brasilienprojekt zu singen.“

Wilhelm opfert gerne seine Zeit für andere in Not

Gesagt getan und nach ein paar Anrufen des rührigen Eppertshäuser war klar: Alle Chöre machen mit, egal ob Kirchenchor oder Gesangverein. „Das ist das absolut erste Mal, dass es ein Konzert geben wird, an dem wirklich alle Sänger und Sängerinnen des Ortes auftreten“, meint Wilhelm stolz.

Wer nicht mehr so lange warten will und schon jetzt etwas für die Straßenkinder tun möchte, kann jederzeit auf das Spendenkonto Pfarramt St. Wolfgang, Konto 129 000 337, BLZ 508 526 51 mit dem Verwendungszweck Miguel Couto eine Unterstützung überweisen.

Doch für den Organisator ist das Konzert bei aller Freude auch eine Menge Arbeit, da er es weitgehend alleine organisiert. Vom Briefe- schreiben über Anrufe tätigen bis hin zur Plakatauswahl hat er einiges zu tun. „Aber ich mache es ja gerne“, meint Wilhelm, für den es selbstverständlich ist, seine Zeit für andere aufzuwenden.

Beim großen Konzert werden die insgesamt sechs Chöre ein facettenreiches Repertoire bieten, dass bekannte Kirchenlieder wie „In Domine Pacem da nobis“ ebenso beinhaltet wie bekannte weltliche Songs wie „We are the world“.

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