Probebetrieb läuft schon: In der letzten Phase wird die Pumpstation ausgetauscht.

Alles im Fluss: Mit Wasser für die Moret geht's voran

Das Naturfreundehaus auf der Moret ist ein beliebtes Ausflugs-ziel. Es hätte vermutlich geschlossen werden müssen, wenn das Wasserleitungsprojekt gescheitert wäre.

Dieburg - (eha)   Wasser für die Moret: Die Naturfreunde Dieburg sind auf einem guten Weg, das Problem (wir berichteten mehrfach) zu lösen.

Die Wasserleitung zur Moret wurde nach dem Zweiten Weltkrieg von den Naturfreunden mit Hilfe der hier stationierten amerikanischen Streitkräfte in Eigenarbeit verlegt. Eine Pumpstation in der Nähe des Freizeitzentrums beförderte das Wasser durch den Wald über drei Kilometer zum Naturfreundehaus. In den vergangenen Jahren war es auf dieser Strecke immer wieder zu Rohrbrüchen gekommen, die den Verein als Betreiber dieser Hausanschlussleitung wegen der großen Wasserverluste und der notwendigen Reparaturarbeiten jedesmal 1 500 bis 2 000 Euro kosteten. Die Leitung war nach 50 Jahren Dauerbetrieb einfach so marode, dass ein Austausch unumgänglich war.

Nach ersten Überlegungen des Gruppenwasserwerks Dieburg sollte die gesamte Leitung zwischen Pumpstation und Naturfreundehaus ausgetauscht werden. Die Kostenschätzungen beliefen sich zunächst auf rund 100 000 Euro. Nach weiteren Überlegungen wurde eine zweite kostengünstigere Variante ins Gespräch gebracht: In das alte vorhandene, jedoch wie beschrieben marode Rohr sollte ein neuer, dünnerer Schlauch eingezogen werden.

Das fortan geringere Transportvolumen sollte hierbei durch einen Schacht mit Wasserkammer und durch Erhöhung des Drucks vor dem Naturfreundehaus ausgeglichen werden. Die Kostenschätzung für diese zweite Variante lagen bei rund 75 000 Euro.

Diese Lösung erschien technisch vertretbar und war für den Betrieb des Naturfreundehauses mit keinen erkennbaren Nachteilen verbunden. Aber auch ein Betrag von 75 000 Euro ist für einen kleinen Verein wie die Naturfreunde Dieburg eine Summe, die über den eigenen Etat nicht aufzubringen ist. Letztendlich geriet durch das Wasserproblem der weitere Betrieb des Naturfreundhauses und damit wohl auch die Existenz der Ortsgruppe Dieburg in Gefahr.

Doch hier zeigte sich erfreulicherweise, wie sehr das Naturfreundehaus Moret der Dieburger Bevölkerung, aber auch den zahlreichen Gästen und Freunden aus den umliegenden Gemeinden ans Herz gewachsen ist: Nach einer beispiellosen Spendenaktion zahlreicher Vereine, Geschäfte und auch Freunde der Naturfreunde sowie der Zusage der Vereinsförderung durch die Stadt Dieburg war im Sommer die Finanzierung der Baumaßnahme gesichert. Nach reiflicher Überlegung konnte man sich für die Umsetzung der kostengünstigeren Sanierungsvariante entscheiden.

Die Bauarbeiten begannen im Juli und gliederten sich in drei Abschnitte: Im ersten Bauabschnitt wurde die Herstellung des Wasserbehälters auf dem Vereinsgelände Moret im Juli und August realisiert.

Der zweite Bauabschnitt, das Einziehen einer Leitung in das vorhandene Rohr, wurde im Laufe des Septembers erledigt, so dass die neue Wasserleitung jetzt schon im Probebetrieb läuft.

Dabei werden Messungen gemacht, um herauszufinden, wie groß die neue Pumpenanlage in der Nähe des Freizeitzentrums dimensioniert werden muss. Im abschließenden dritten Bauabschnitt wird dann die Pumpstation komplett ausgetauscht. Damit kann noch in diesem Jahr gerechnet werden.

Der Beginn des Probebetriebs war natürlich ein Meilenstein für die Naturfreunde, wobei nach Prüfung der derzeitigen Rechnungen erfreulicherweise festgestellt werden konnte, dass auch der vorgesehene Kostenrahmen eingehalten werden konnte.

Die Naturfreunde bedanken sich bei allen Spendern und Unterstützern für die Hilfe, ohne die ein weiterer Betrieb des Naturfreundehauses mit Sicherheit nicht möglich gewesen wäre.

Um den Abschluss der Erneuerungsarbeiten gebührend zu feiern, ist fürs kommende Frühjahr ein großes Fest auf der Moret geplant.

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