Altbürgermeister ohne Alter

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Der aktuelle Bürgermeister Dr. Werner Thomas gratuliert Altbürgermeister Peter Christ (rechts) zu seiner Auszeichnung.

Dieburg (eha) - „So sieht doch kein Altbürgermeister aus“, meinte Verwaltungschef Dr. Werner Thomas, als er am Donnerstagabend seinen Vorgänger im Amt, Peter Christ, mit dem neuen Ehrentitel schmückte.

Schließlich fege Christ auch heute noch mit Schwung durchs Rathaus, wenn er beispielsweise in seiner Funktion als Ortsgerichtsvorsteher unterwegs sei. Und bis vor einem Jahr sei er ja auch noch als Stadtverordneter tätig gewesen. Sein Amt als Kreisbeigeordneter hat Christ immer noch inne.

Zuvor hatte schon Stadtverordnetenvorsteher Dr. Harald Schöning die zahlreichen Verdienste Peter Christs aufgeführt, der von 1987 bis 2005 Bürgermeister der Stadt Dieburg war. Die Stadtverordneten hatten ihm die Ehrenbezeichnung mit einem einstimmigen Beschluss zuerkannt.

Da sei beispielsweise der Tunnel, für den Christ in seiner Amtszeit gekämpft, dessen Eröffnung er jetzt aber nicht mehr als Amtsträger erlebt habe. Angestoßen hat Christ auch die beiden Städtepartnerschaften mit Aubergenville und Mladà Boleslav. Auch das Jugendzentrum sei in seiner Ära gebaut worden. Und er habe die Grundlage für die „Kreiselstadt Dieburg“ gelegt. Die Sanierung und Umgestaltung des Bahnhofs habe man ihm ebenso zu verdanken wie die Entscheidung, sich damals nicht dem inzwischen defizitären Senioverband anzuschließen. In seiner Amtszeit wurde die Straßenbeitragssatzung abgeschafft und die Schlossgartensanierung in Angriff genommen. „Und für die Schepp Allee hat er einige Schläge einstecken müssen“, erinnerte Schöning an eines der brisantesten Themen seiner Amtszeit. „Christ hat immer seine Linie verfolgt“, zog er das Fazit.

Charakter des Altbürgermeisters

Wenn er von etwas überzeugt gewesen sei, habe er dafür gekämpft, beschrieb Ronald Gabele für die CDU-Fraktion den Charakter des Altbürgermeisters und überreichte ein Geschenk an Christ und dessen Ehefrau.

Jetzt werde ihm sein Alter mit Brief und Siegel bestätigt, so habe ein Bekannter ihm gegenüber die Auszeichnung interpretiert, erzählte Christ gut gelaunt in seiner Dankesrede. Allerdings wehrte er sich gegen allzu viele Lobeshymnen. „Die Basis für diese Ehre ist der Verdienst der Bürger, die mich gewählt haben, der Verdienst der Mitarbeiter im Rathaus und der meiner Familie, die mich unterstützt hat.“ Er sei sich bewusst, dass er in manchen Situationen sehr dominant aufgetreten sei. Aber eine echte Überzeugung müsse man auch standhaft vertreten, meinte er. Und den anwesenden Kommunalpolitikern gab er noch einen Ratschlag mit auf den Weg: „Wichtige Entscheidungen sollte man nie an Wahlterminen orientieren.“

Quelle: op-online.de

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