Altenheim im neuen Kleid

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Den Neubau eines Altenheims am bestehenden St. Rochus Krankenhaus (Bildmitte) soll das Parlament am Donnerstag einen Schritt weiter auf den Weg bringen.

Dieburg ‐ In Fassaden- und Dachgestaltung werden Elemente aus den umliegenden Altstadthäusern aufgenommen. Die Gebäude sind kubisch konzentriert um das bestehende St. Rochus Krankenhaus angeordnet. So sieht das neue Altenheim aus, das die St. Rochus Stiftung in der Dieburger Innenstadt bauen will. Zumindest schildert es so der Pressesprecher des St. Rochus Krankenhauses, Matthias Riepe. Und so können es Dieburgs Stadtverordnete ihren Unterlagen für die Sitzung am kommenden Donnerstag entnehmen. Von Laura Hombach

Eigentlich hatten die Stadtverordneten bereits vor genau einem Jahr dem Aufstellungsbeschluss für den vorhabenbezogenen Bebauungsplan „St. Rochus Einrichtungen“ ihren Segen gegeben. Damals sah der Bau mit den rund 6 000 Quadratmetern Bruttogeschossfläche (der DA berichtete mehrfach), allerdings noch ganz anders aus: „Kompromisslose Modernität“, wie Riepe es nennt, bestimmte den stufenweise ansteigenden dreiteiligen Gebäudekomplex. „Das kam aber bei der Politik und einem Teil der Bürger nicht an“, so der Pressesprecher, deshalb habe man den Entwurf überplant. Das Altenheim im neuen Kleid (bei gleichbleibender Größe) plant inzwischen ein neuer „Designer“, ein Architekturbüro in Frankfurt. Mit der neuen Gestaltung wolle man nun „eine hohe Sozialverträglichkeit“ erreichen, erläutert Riepe.

Kritik am Tiefgaragenbau

Allerdings war nicht nur die Optik, sondern auch das Bauvorhaben an sich, Stein des Anstoßes. Die Bürgerinitiative „St. Rochus“ sammelte Unterschriften gegen den großen Neubau in der Innenstadt, bei einer Bürgerversammlung und einer eigens für die Anwohner einberufenen Informationsveranstaltung konnten die Planer die Bedenkenträger mit ihrem Konzept nicht überzeugen (der DA berichtete).

Dabei stand weniger die moderne Architektur, als die Größe der geplanten Baumaßnahme und der Tiefgaragenbau, der durch einen privaten Investor gestemmt werden soll, im Blick der Kritiker. Auch im Parlament wurden Stimmen laut, die den Bau einer Tiefgarage aufgrund der am St. Rochus Krankenhaus gegebenen Bodenverhältnisse für entweder praktisch oder finanziell nicht machbar hielten. Ihnen wurde von Seiten des Planers und der St. Rochus Stiftung immer wieder versichert, dass ein solches Vorhaben durchaus realistisch und umsetzbar sei.

Nach der neuen Vorlage, über die die Stadtverordneten am Donnerstag abzustimmen haben, zu urteilen, scheint die Tiefgarage nun allerdings ins planerische Wanken geraten zu sein. Nun ist davon die Rede, dass zunächst eine Machbarkeits- und Wirtschaftlichkeitsstudie erstellt werden müsse. „Wir haben nie gesagt, die Tiefgarage kommt bestimmt“, ist sich Riepe ganz sicher, auch wenn das so manchen, der bei den Diskussionen zum Neubau dabei war, etwas verwundern mag.

Wo kann in Zukunft geparkt werden?

Zu der Frage, wie die St. Rochus Stiftung ohne Tiefgarage die 90 für den Neubau nachzuweisenden Stellplätze ausweisen will, heißt es im Text zum Bebauungsplan: „Gegebenenfalls sind aber auch andere Stellplatznachweise außerhalb des Geltungsbereichs in fußläufiger Nähe denkbar (...) Zu annehmbaren Alternativen zählen u. a. neben der für die Stellplatznutzung geeigneten Grundstücksfläche der St. Rochus Stiftung auch ein mögliche Erweiterung von Stellplatzflächen der Stadt.“ Was sich hinter diesen Formulierungen verbirgt und wo welche Stellplätze die 67 für die Tiefgarage vorgesehenen ersetzen könnten, dazu möchte sich Riepe noch nicht im Detail äußern. Das sei Bestandteil der weiteren Planungen.

Die sollen die Stadtverordneten am Donnerstag auf den Weg bringen. Da der Aufstellungsbeschluss für das „alte“ Altenheim von vor einem Jahr auch für das künftige Bebauungsplanverfahren gilt, soll nun die Offenlage des vorhabenbezogenen Bebauungsplans beschlossen werden. Das empfiehlt zumindest der Magistrat, dessen Mitglieder die neuen Planungen bereits im Sommer zur Kenntnis genommen haben.

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