Altenheimbau: Zuschuss nur bei Innenstadtlage?

Dieburg (lho) ‐ Waren die Neubaupläne für ein Altenheim am Krankenhausstandort der St. Rochus Stiftung (der DA berichtete mehrfach) vor wenigen Wochen noch ein viel diskutiertes Thema, ist es jetzt in der Öffentlichkeit eher still darum geworden.

Ganz und gar nicht stillhalten will man derweil aber bei der Bürgerinitiative St. Rochus, die sich gegründet hat, um ihren Protest gegen eben diese Planungen der St. Rochus Stiftung zum Ausdruck zu bringen. Weiterhin sammeln die Mitglieder der Bürgerinitiative Unterschriften - inzwischen haben über 500 Dieburger den Protest gegen den Neubau in der Steinstraße unterzeichnet.

Zeitgleich suchen die Bürgerinitiativler nach Alternativlösungen für den Neubau am Krankenhaus. Als sinnvolle Maßnahme sehen sie etwa eine Sanierung des bereits bestehenden, aber maroden Altenheims in der Gehart-Hauptmann-Straße an.

Kritiker zweifeln an der Förderung zur Innenstadtbebauung

Zweifel hegen die Kritiker der St. Rochus-Pläne indes an der Aussage des Bevollmächtigten des Vorstandes der St. Rochus Stiftung, Markus Bazan, dass das Hessische Ministerium für Arbeit, Familie und Gesundheit nur noch Altenheimbauten in der Innenstadt fördere.

Bazan hatte mit diesem Argument bei der Informationsveranstaltung der Stiftung für die Anwohner im Januar eine Nachfrage der Bürgerinitiative nach anderen möglichen Standorten als nicht förderungsfähig von der Hand gewiesen.

Andere Förderbeispiele gefunden

Auf Nachfrage unserer Zeitung bestätigt das Ministerium indes weder die Aussage Bazans noch die Zweifel der Bürgerinitiative: „Das Vorhaben eines Altenheims der St. Rochus Stiftung wird momentan geprüft. Zum jetzigen Zeitpunkt können daher keine näheren oder abschließenden Aussagen getroffen werden“, erklärt die Ministeriums-Pressesprecherin Gesa Krüger. Die Bürgerinitiative hat bei ihren Nachforschungen ein Förderbeispiel gefunden, das ihrer Ansicht nach dafür spricht, dass auch außerhalb der Innenstadt durchaus Mittel für Altenheimprojekte bewilligt werden.

Im hessischen Wolfhagen beginnt in diesem Frühjahr eine Umbau- und Sanierungsmaßnahme am Seniorenzentrum. Die Maßnahme mit einem Volumen von 3 236 000 Euro wird zu 70 Prozent (40 Prozent Zuschuss und 60 Prozent) aus Fördermitteln des hessischen Ministeriums für Arbeit, Familie und Gesundheit finanziert, so ist es auf der Homepage des Seniorenzentrums zu lesen. Die Wohnanlage befindet sich indes nicht in der Wolfhagener Innenstadt, sondern „in einem ruhigen, aber dennoch verkehrstechnisch gut angebundenen Wohngebiet“, wie ebenfalls auf der Internetseite zu lesen ist. Kriterien, die nach Ansicht der Bürgerinitiative auch das Dieburger Altenheim in der Gerhart-Hauptmann-Straße erfüllen würde. Alternativvorschlag: Sanierung des bestehenden Heims

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