Altöl: Bohrende Ermittlungen

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Ohrenbetäubende Bohrung: Markus Franz (links) und Urs Kimmich dringen mit dem Elektrohammer in bis zu sechs Metern Tiefe vor.

Dieburg ‐ „Auch ein negatives Ergebnis, kann ein positives Ergebnis sein.“ So lautet das zwischenzeitliche Resümee von Urs Kimmich. Von Dirk Beutel

„Organoleptische Ansprache“: Eine erste Bestandsaufnahme des Bodens aus dem Stahlfilterrohr erfolgt über die Sinne - sehen, riechen, fühlen.

Der technische Mitarbeiter des Ingenieurbüros für Geotechnik „kpgeo“ aus Emmelshausen (Zweigsitz in Darmstadt) installierte am Montag neue Grundwassermessstellen, die die Ermittlungen zur Ursache der Altölbelastung unter dem Marienplatz voranbringen sollen. Mithilfe der Messstellen erhoffen sich die Geotechniker, bald genauere Angaben machen zu können, was Quelle und Ausmaß der Untergrundverunreinigung betrifft. Die Altlasten werden die Neugestaltung der Frankfurter Straße und den Bau des Marienplatzkreisels möglicherweise um Jahre nach hinten werfen (wir haben berichtet). Ein Verursacher konnte bislang nicht ausfindig gemacht werden. Die Geotechniker vermuten, dass eine alte Tankstelle, ein altes Werksgelände oder ein privater Öltank, dessen Defekt noch nicht bemerkt wurde, die Ursache sein könnte.

Bei den Bohrungen wurden auch Bodenproben entnommen. Mit einem Elektrohammer bohrten Urs Kimmich und der Umwelttechniker Markus Franz stückweise ein Meter lange Stahlfilterrohre in den Untergrund. Bis zu sechs Meter tief drangen die Geotechniker in die Erde, um später ein einwandfreies Bodenprofil bestimmen zu können. Nach und nach wurden die Filter von einer so genannten Zugmaschine mit einer Kraft von bis zu 14 Tonnen wieder aus dem Erdreich heraus gezogen.

Nichts Auffälliges in der Klosterstraße

Bei den vorangegangenen Bohrungen in der Marienstraße und am Minnefeld hatte bereits eine so genannte „organoleptische Ansprache“ genügt, um eine Verunreinigung durch Mineralkohlenwasserstoffe (MKW) festzustellen. Mit anderen Worten: „Der Boden roch bereits ölhaltig und ich konnte grau-schmierige Verfärbungen im Kies erkennen“, erklärt Kimmich. Allerdings waren die Belastungen in diesem Bereich auch am höchsten.

Ein ganz anderes Bild bot sich den Geotechnikern am Montag. In der Nähe der Wallfahrtskirche wurden in der Klosterstraße gleich zwei Bohrungen durchgeführt. Bei den Proben stellte Kimmich „keinerlei Auffälligkeiten“ fest. Das Büro „kpgeo“ behält die Bodenproben, um eventuell später ein genauere Analyse vorzunehmen. Zunächst soll eine Untersuchung des Grundwassers Licht ins Dunkel bringen.

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