Altstadt-, Römerhalle oder lieber Älastubb?

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Neues Schmuckstück - aber noch ohne Namen: Die neue Stadthalle.

Dieburg  ‐  Soll man mit „Älabummhalla“ oder „Älastubb“ den hauptsächlichen Nutzern der künftigen Stadthalle Tribut zollen? Oder mit „Thomashütte“ - so der inoffizielle Vorschlag eines Fastnachters - dem Bürgermeister ein Denkmal setzen? Von Lisa Hager

Nur: Bürgermeister kommen und gehen, die Halle aber bleibt bestehen. Was also tun? Dass von der neuen Ludwigshalle - so der Arbeitstitel - vor allem die Fastnachter profitieren werden, ist kein Geheimnis. Schließlich war die altehrwürdige Hall mit ihrer beengten Bühne schon lange zu klein für die immer aufwändigeren Showeinlagen der Sitzungen. Künftig sollen die „Heihupper“ das frisch verlegte Bühnenparkett der neuen Halle zum Beben bringen - wie aber soll sie heißen, Dieburgs neue „Gudd Stubb“? Um zu hören, was der Dieburger wirklich will, hatte Stadtverordnetenvorsteher Dr. Harald Schöning einen Namenswettbewerb ausgerufen. Unter den 61 Vorschlägen, die sich jetzt auf einer Liste wiederfinden, kam die närrische Seite Dieburgs häufig zum Tragen. Obwohl man sich in der Fünften Jahreszeit befindet, stießen diese karnevalistischen Namensgebungen kürzlich bei der Diskussion im Sozialausschuss auf wenig Gegenliebe. Fastnacht ist dem Dieburger wichtig, ohne Frage. Aber die fünfte Jahreszeit ist eben nur das: eine Jahreszeit. Die neue Stadthalle wird nur leben, wenn sie erstens ganzjährlich und zweitens überregional vermarktet wird. Und ob überregionale Veranstaltungsagenturen etwas mit „Verrer-Gunkes-Hall“ - so ein Vorschlag - anfangen können?

Auch „Dieburgium“ in Analogie zur großen Schwester „Darmstadtium“ findet wenig Zuspruch. Wer will schon eine zweite „schepp Schachtel“ in Dieburg haben? Und „Martinshalle“ mit Bezug zum Stadtwappen, das den Heiligen beim Teilen des Mantels zeigt, stieß ebenfalls auf wenig Zustimmung.

Römische Vergangenheit kommt zum Tragen

Mit der römischen Vergangenheit hingegen anbandeln, das will die Mehrheitsfraktion von CDU und FDP, deshalb der eindeutige Vorzug des Vorschlags „Römerhalle“. Schließlich wären die bedeutendsten Funde des Museums auf diesem Gelände gefunden worden, argumentierte Schöning (CDU) im Ausschuss. Zudem ließe sich ein römisches Gesamtkonzept entwickeln: Mit Bezug zum Museum, einem römischen Stadtrundgang und der Bezeichnung von Räumen der Halle als „Mithrassaal“ oder Jupitersaal“. Ausschussvorsitzender René Exner (CDU) ging sogar noch einen Schritt weiter: Dann müsse es auch statt „Toiletten“ „Zu den Latrinen“ heißen, meinte er.

Der SPD sind diese römischen Fantasien etwas zu abgehoben. „Das klingt alles etwas befremdlich“, sagte Konrad Kurbel (SPD): „Wir ziehen Altstadthalle vor.“ Seit Jahren sei jetzt in der Öffentlichkeit vom Altstadtgelände die Rede, hieß es weiter. Der Name sei seit der ersten Parzellenvermessung Mitte des 19. Jahrhunderts ein fester Begriff bei den Bürgern.

Die CDU hielt dagegen, dass Auswärtige die Altstadt eher rund um den Marktplatz suchen würden, die Bezeichnung „Altstadthalle“ mithin Verwirrung stiften könnte.

Über den Namen für die neue Stadthalle wollen die Stadtverordneten in ihrer heutigen Sitzung (19.30 Uhr im Rathaus) entscheiden.

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