Andreas Boltz spielt in der Wallfahrtskirche

Orgelklänge für Maria

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Der in Dieburg leben Kirchenmusiker und Komponist Andreas Boltz, Musikdirektor des Frankfurter Kaiserdoms St. Bartolomäus, spielte auf der Orgel in der Wallfahrtskirche Werke zu Ehren Mutter Marias ein.

Dieburg - Die Orgel in Dieburgs Wallfahrtskirche St. Maria (Gnadenkapelle) sei „ein tolles Instrument“, findet Richard Berg. Von Jens Dörr

Der Dieburger ist Konzertdirektor unter anderem der „Dieburger Schlosskonzerte“ und der „Dieburger Orgelmeile“, einer der Organisatoren des „Kultursommers Südhessen“, Tonträgerproduzent und -vermarkter.

Außerdem ist er der Meinung, die 300.000 Euro teure, über Aktionen, Spenden und Zuschüsse finanzierte Orgel soll auch andernorts in den Ohren klingen.

Das ist in Kürze möglich: Zusammen mit dem seit elf Jahren in Dieburg lebenden Kirchenmusiker und Komponist Andreas Boltz, auch Musikdirektor im Frankfurter Kaiserdom St. Bartholomäus, und Aufnahmeleiter Bruno Hebestreit, produzierte Berg im größten Gotteshaus der Stadt nun eine CD mit Marianischer Musik.

Dieburg als Wallfahrtsort und die Namensgeberin der Kirche waren dafür ausschlaggebend, dass Berg für die 38. Veröffentlichung seines Labels „organo phon - Classical Artists Records“ über Werke nachdachte, die sich an die Muttergottes richten und mit ihr befassen.

Versierter Organist spielt in Dieburg

Boltz, in Dieburgs Nordwesten auch Bergs Nachbar, kennt er schon seit Längerem, produzierte mit ihm im vergangenen Jahr eine Orgel-CD in Frankfurt. Im dortigen Kaiserdom steht Hessens größte Orgelanlage mit 116 Registern. Dagegen nimmt sich das Instrument in Dieburg mit seinen 29 Registern beinahe bescheiden aus. „Andreas Boltz ist ein fantastischer Organist und für den Frankfurter Dom ein Glücksgriff“, adelt Berg den 50-Jährigen. Der sagte für das Projekt in Dieburg zu.

Das bewältigte das Trio Boltz/Berg/Hebestreit in der Gnadenkapelle an zwei langen Abenden. „Für die Aufnahmen ist meist das Sechsfache der Netto-CD-Zeit vonnöten“, erläuterte Boltz in einer Pause das Prozedere. Auch ihm, studierter Kirchenmusiker und mit dem Meisterklassen-Diplom für künstlerisches Orgelspiel in der Meisterklasse von Günther Kaunzinger ausgezeichnet, gelinge nicht bei allen Stücken das perfekte Einspielen auf Anhieb.

Gute Akustik in der Wallfahrtskirche

In die Dieburger Wallfahrtskirche hineinlauschend, freute ihn die „gute Akustik des Raums“. Sein virtuoses Spiel fing Hebestreit mit einem „Hand-Disc-Recording-System“, mit dem man auch schneiden kann, ein.

Berg und Boltz verständigten sich für die neueste Produktion auf Marianische Werke vom 16. Jahrhundert bis heute. Komponisten wie Max Reeger, Franz Schubert und Siegfried Karg-Ehlert griffen die recht ausgefallene Thematik auf. „Ich bin selbst katholisch“, so Boltz. „Die Stücke, die ich ausgesucht habe, beinhalten Melodien aus der Gregorianik und sind auch in Gottesdiensten zu hören.“

Zu Ehren Marias und zur Freude der Anhänger von Orgelmusik spielten Meisterhände nun die Werke ein. Die CDs würden weltweit vertrieben, kündigte Berg unterdessen an.

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