Seniorenbeirat informiert über seine Arbeit / Wahl am 15. März / Suche nach einem Nachfolger für Ingeborg Steffens

Antworten auf demografische Entwicklung geben

Der Seniorenbeirat (3. von links ist der Stellvertretende Vorsitzende Heinrich Boller) informierte vergangenen Samstag am Fastnachtsbrunnen über seine Arbeit und die Wahl am 15. März. Foto: Dörr

Dieburg - . Am 15. März wird in Dieburg gewählt. Alle unter 60 Jahre müssen dabei allerdings zuschauen - nur die rund 3 500 Bürger der Stadt, die mindestens dieses Alter erreicht haben, dürfen abstimmen. Von Jens Dörr

Der Seniorenbeirat - elf Personen insgesamt - geht dann in eine neue Amtszeit. Über Erreichtes und Geplantes informierte der bisherige Beirat jetzt am Dieburger Fastnachtsbrunnen.

„Wir sind anerkannt, werden unterrichtet und gefragt“, sagt Heinrich Boller, Stellvertretender Vorsitzender des Dieburger Seniorenbeirats, und wirkt zufrieden mit der jüngeren Vergangenheit. Man wolle „nicht Dieburg aus den Angeln heben“, stellt er sogleich klar. Dennoch versteht sich der Seniorenbeirat als wichtige Stimme der älteren Bürger und als Berater von Magistrat (dem er direkt unterstellt ist) und Fraktionen. „Wir wollen Antworten auf die demografische Entwicklung geben“, nennt Boller den Antrieb auf einem Mammutfeld.

Konkreter wird das, wenn Boller von den letzten Jahren erzählt: „Man fragt uns zum Beispiel nach unserer Meinung zum Rochus-Stift und zum Haus Priska.“ Häufig, aber nicht ausschließlich, stehen Bauprojekte im Mittelpunkt des Austauschs zwischen Stadt, Sozialamt und Seniorenbeirat. „Das ist eine sehr gute Zusammenarbeit“, lobt Boller die Gesprächspartner. Was auch sehr stark mit Ingeborg Steffens zu tun hat: Vier Jahre lang prägte sie mit Herz, Kompetenz und Beharrlichkeit als Vorsitzende die Arbeit der Dieburger Seniorenvertretung.

Bei der Wahl am 15. März (ab 15 Uhr im Stadtverordnetensaal des Rathauses), zu der jeder Wahlberechtigte ab 60 Jahren wie alle zwei Jahre eine Stimme hat, steht Steffens allerdings nicht mehr bereit. Die Suche nach einem Nachfolger - oder einer Nachfolgerin - ist laut Heinrich Boller noch nicht abgeschlossen. Er selbst werde weiterhin aktiv bleiben, verspricht der 67-Jährige. Das Amt des Vorsitzenden strebe er jedoch nicht an. Boller ist neben seinem Einsatz für die Dieburger Senioren auch Schöffe am Amtsgericht, ehrenamtlicher Richter am Sozialgericht und hat überdies den Dieburger Arbeitslosentreff „Kompass“ mitgegründet.

Die überzeugende, optimistische Art, mit der Boller und einige Mitstreiter des Beirats am Dalles auf ihre Arbeit und die Wahl aufmerksam machten, zeigte bereits an diesem Tag Früchte: Erste Senioren signalisierten am Stand, sich für eine Mitarbeit im Beirat zu interessieren. Wenn sich die älteren Dieburger bei der Wahl selbst in der Vergangenheit auch eher zurückhielten: Vor zwei Jahren machten nur 50 von 3 500 Wahlberechtigten von ihrer Stimme Gebrauch. Boller findet diese Beteiligung aber durchaus „okay“.

Dem Seniorenbeirat geht es indes auch weniger um imposante Statistiken als um konkrete Arbeit, die Dieburg für ältere Bürger lebenswerter macht. Mitsprache beim Bewegungs-Parcours, der zwischen Landratsamt, Amtsgericht und Fechenbach-Park geplant ist, gehört ebenso dazu wie der monatliche Sprechtag im Rathaus. Dieses Angebot des nicht parteigebundenen, aber politisch engagierten Beirats werde laut Boller „sehr gut angenommen“. Veranstaltungen runden das vielfältige Wirken der organisierten Senioren Dieburgs ab.

Heinrich Boller zufolge sieht der Beirat für seine nächste Amtszeit aber auch noch Spielraum: „Wir wollen noch mehr die Zusammenarbeit mit Vereinen und Kirchen suchen“, sagt er. Gerade für deren ältere Mitglieder wolle auch der Seniorenbeirat Plattform werden. Dazu gehöre unter anderem, dass man Vereins- und Kirchenvertreter zu den regelmäßigen Sitzungen einlade.

Quelle: op-online.de

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