Arbeit im Klostergarten, die Früchte trägt

Der Eppertshäuser Thomas Gruber (l.) kümmert sich hessenweit um das Wohlergehen von Obstbäumen. Im Dieburger Klostergarten ging ihm dabei Bruder Berthold zur Hand. Foto: Hoven

Dieburg - (hov) Seine Begleiter: Säge, Schere und Leiter. Seine Mission: Obstbäume zu hegen und zu pflegen. In ganz Mittel- und Südhessen ist Thomas Gruber als mobiler Baumwart unterwegs.

In dieser Woche hat der ehemalige Betreiber der Eppertshäuser Thomashütte nun auch in Dieburg Station gemacht: Zwei Nachmittage lang kümmerte er sich gemeinsam mit Bruder Berthold um die großen und kleinen Gewächse des Klostergartens.

„Leider gibt es viel zu wenig Obstbäume und viel zu wenig Geld und Interesse für ihre Pflege“, bedauert Gruber, während er Ast um Ast der klösterlichen Gewächse begutachtet. Egal ob Apfelbaum, Quitte oder Pflaumenbaum - der 51-Jährige beschneidet bei frühlingshaftem Wetter all seine Schützlinge gleichermaßen sorgfältig, fast liebevoll.

Bereits im letzten Jahr gastierte Gruber im Klostergarten und scheint sich an jeden Ast zu erinnern. „Hier sehen Sie ein gutes Beispiel, den hab ich damals gebogen, nun hat er den optimalen Wuchswinkel.“ Die Arbeit mit den Obstbäumen hat offensichtlich Früchte getragen.

Mit dem naturgemäßen Obstbaumschnitt will der Eppertshäuser aber nicht nur den Ertrag der Bäume steigern oder für schönere Optik sorgen. „Die Äste bieten zudem einen optimalen und unverzichtbaren Lebensraum für Vögel und Insekten“, erklärt er.

Und der Fachmann kennt noch ein sehr beliebtes Argument für seine Arbeit: Ohne die knorrigen hessischen Apfelbäume gäbe es keinen typischen Apfelwein. „Die hiesigen Äpfel sehen zwar auf den ersten Blick nicht so appetitlich aus wie die aus dem Supermarkt, aber durch ihren hohen Säuregrad sind sie für den typischen Apfelwein-Geschmack unerlässlich.“

Gruber pflegt die Bäume aber nicht nur. Mit Schnittschulungen versucht er, auch andere für das Thema zu sensibilisieren. Dafür hat er sich von seinem Auftraggeber, dem Naturschutz-Zentrum Hessen in Wetzlar, im November sogar verlosen lassen. „Baumbesitzer konnten mich für kostenlose Schnittschulungen gewinnen“, lacht der Naturfreund, der sich bereits vor 30 Jahren zum Baumwart schulen ließ. In der kommenden Woche können Interessierte in der Region kostenlos von seinem Wissen profitieren: Thomas Gruber und das Naturschutz-Zentrum laden am Samstag, 14. März, zum „Tag des Apfelbaumes“ nach Groß-Umstadt ein. Von 10 bis 16 Uhr zeigt Gruber, wie man mit Säge und Schere Obstbäumen helfen kann. Dazu sind alle interessierten Bürger im Restaurant „Medikus“ (Georg-August-Zinn-Str. 90) willkommen.

Die Teilnehmer erhalten umfangreiche Informationen über die Geschichte der Obstkultur und den Sinn der Erhaltung von Streuobstwiesen. Im Vordergrund steht an diesem Tag der Obstbaumschnitt - nicht nur in der Theorie. Für die Praxis geht es auf eine nahe gelegene Obstwiese. Dort wird dann das Baumschneiden an Hochstämmen geübt. Gruber bittet Interessenten um Anmeldung unter 0175 2447566.

Weitere Informationen rund um das Thema Obst, Obstbäume, Obstbaumpflege und Apfelwein gibt es im Internet unter

http://www.apfelwein.de.

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