ASV: Straßennetz rund um den Campus reicht aus

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Die Idee einer Anbindung des Campus-Neubaugebiets an die K 128 über die Hohe Straße hatte Bürgermeister Dr. Werner Thomas an das ASV herangetragen. Das Amt sieht dafür aber keine Notwendigkeit.

Dieburg ‐ Ein Neubaugebiet entsteht auf dem Campus-Areal, etwa 170 Wohnhäuser sollen auf dem rund zehn Hektar großen Gelände Platz finden (der Dieburger Anzeiger berichtete mehrfach). Während sich der ein oder andere Interessent schon darauf freut, hier ein eigenes Heim zu finden, fürchten die Anwohner ein Mehr an Lärm. Von Laura Hombach

Besonders die Zunahme des Autoverkehrs durch die Neuansiedlung verursacht den Campus-Nachbarn Bauchschmerzen. Die Anwohner fordern als entlastende Maßnahme eine direkte Verbindung zwischen K  128 und neuem Baugebiet. Ein Bürgerwunsch, den Bürgermeister Dr. Werner Thomas an die zuständigen Behörden weitergetragen hat. Allerdings birgt diese Verbindung wegen des nicht unerheblichen Eingriffs in den zwischen Neubaugebiet und K 128 gelegenen Wald seiner Ansicht nach einen klaren Nachteil. Weshalb Thomas eine weitere Variante ins Gespräch gebracht hat: Ein Überfahrtsrecht für die bereits bestehende Hohe Straße, die zwischen K 128 und Max-Planck-Straße durch das Campusgelände führt.

Verkehrsaufkommen für ASV „nicht erheblich“

Allerdings besteht nach einem Vor-Ort-Termin mit dem Amt für Straßen- und Verkehrswesen (ASV) am Dienstag wenig Hoffnung darauf, dass eine der beiden Varianten auch umgesetzt werden kann. Die Verkehrsexperten des ASV sehen keine Notwendigkeit, einen weiteren Anschluss an die K 128 herzustellen, erklärt ASV-Pressesprecher Markus Schmitt. Auch in puncto Verkehrsaufkommen in der Max-Planck-Straße teilt das Amt die Befürchtungen der Anwohner nicht. Selbst unter Berücksichtigung einer Verkehrszunahme durch das Neubaugebiet wird nach Ansicht des ASV kein so hohes Verkehrsaufkommen entstehen, wie es zu Glanzzeiten studentischen Post-Hochschullebens erreicht wurde.

Wie hoch das Verkehrsaufkommen in der Max-Planck-Straße ist, ist für uns auch erst einmal nicht erheblich“, so Schmitt. Vielmehr stehe im Fokus des ASV die Frage, wie gut die vorhandenen Straßen ausgebaut seien. Mit der Aschaffenburger-, Groß-Umstädter- und Max-Planck-Straße sei ein ausreichend ausgebautes Straßennetz vorhanden, befindet das ASV. Gegen den Neubau einer Verbindung zwischen K 128 und Neubaugebiet spräche der in diesem Fall nicht gerechtfertigte erhebliche Eingriff in den Wald. Und auch einer Nutzung der Hohen Straße erteilt das ASV eine Absage. Die Auffahrten Aschaffenburger- und Hohe Straße liegen zu nah hintereinander. Eine Nutzung beider Zufahrten würde den Verkehrsfluss auf der K 128 zu sehr beeinträchtigt, urteilt das ASV.

Das Neubaugebiet kommt - so oder so

Ohne die Zustimmung des ASV geht in Sachen Anbindung an die K 128 allerdings erst einmal nichts. Auch der Bürgermeister, der gestern morgen die Beurteilung des ASV noch einmal Schwarz auf Weiß auf den Schreibtisch bekommen hat, sieht zunächst keine Lösung. Doch so schnell will Thomas nicht aufgeben, am Montag trifft er sich mit Vertretern des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst. Trotz des negativen Bescheids des ASV will er klären, ob das Ministerium generell bereit wäre, ein Überfahrtsrecht zu gewähren. Eine Option, die schon ein erster Schritt wäre, falls sich die Sachlage doch noch ändern würde.

Die Stadt wird das Problem weiter im Blick behalten“, so der Verwaltungschef, der auf ein harmonisches Miteinander von Häuslebauern auf dem Campus und Anwohnern hofft. Denn egal, ob es eine weitere Verkehrsanbindung geben wird oder nicht, das Neubaugebiet kommt. Die Schaffung von Baurecht durch das Dieburger Parlament bis Ende des Jahres ist Bestandteil des Vertrags mit der Telekom, der den Weiterbestand des Campus Dieburg möglich gemacht hat.

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