Projekttag an Anne-Frank-Schule

Auch Aufräumen will gelernt sein

+
Wie wird aus einem Stück Holzbrett ein Elefant? Schüler der Anne-Frank-Schule lernten das bei einem Projektttag zusammen mit Tischlermeisterin Doris Drechsel (vierte von rechts) und den Lehrern Thomas Tramer und Jana Heinemann.

Dieburg - Richtig aufräumen will gelernt sein – und auch das lernen die zehn Schüler der Anne-Frank-Schule, die am Werkstatt-Tag der Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main teilnehmen. Von Lisa Hager 

Tischlermeisterin Doris Drechsel erklärt den Schülern der Berufsorientierungsstufe 2 nicht nur wie man Feile und Meißel richtig ansetzt, sondern nach getaner Tat auch alles ordnungsgemäß und in sinnvoller Reihenfolge sauber macht und wegräumt. „Das gehört eben auch zum Handwerk. Das ist eine Schlüsselkompetenz“, sagt die Koordinatorin Handwerk-Schule, die jetzt erstmals in Dieburg mit Schülern praktisch gearbeitet hat. „Erst werden die Werkbänke abgekehrt, dann der Boden“, erklärt sie zur richtigen Reihenfolge auf. Aber bevor die Schüler zu Schaufel und Besen greifen, steht die Produktion eines ganzen Elefanten auf dem Plan. Wie aber arbeitet man aus einem quadratischen Holzbrett ein Tier heraus, das eindeutig als Rüsselträger zu erkennen ist? „Man fängt mit einer technischen Zeichnung an, die die Schüler dann aufs Material übertragen“, erklärt Drechsel die ersten Schritte. Dazu gehört auch, dass man beim Sägeschnitt, mit dem man den Rüssel andeutet, auf den richtigen Winkel achtet.

Die Werkstücke des Tages stehen bald in Reih und Glied. Die Schüler im Alter von 14 bis 16 Jahren sind sichtlich stolz auf ihre Produkte. Neben der Arbeitsqualität achtet Drechsel besonders auf die Sorgfalt im Umgang mit dem Werkstoff sowie auf Teamfähigkeit und Ordnungsbewusstsein. „Der direkte Übergang von Schule in den Beruf gelingt leider nicht allen Jugendlichen“, sagt sie. Und das obwohl die Chancen auf dem Ausbildungsmarkt noch nie so groß gewesen seien wie derzeit. Deshalb will die Handwerkskammer hier Hilfestellung geben. Die praktische Berufsorientierung soll bei den Jugendlichen Interesse an gewerblichen Berufen wecken. Auf der anderen Seite hat natürlich auch das Handwerk Interesse an geeignetem Nachwuchs. Schließlich herrscht fast überall Fachkräftemangel.

„Wir machen auch Betriebsbesichtungen, haben uns beispielsweise schon Arbeitsplätze, die am Staatstheater und auf dem Hofgut Oberfeld angesiedelt sind, angeschaut“, sagt Lehrer Thomas Tramer, der die Aktion zusammen mit Klassenlehrerin Jana Heinemann betreut. Tramer kündigt weitere Schritte in der Berufsorientierung an. Man will beispielsweise noch in diesem Jahr eine Zukunftswerkstadt zusammen mit der Industrie- und Handelskammer eröffnen und dabei mit benachbarten Schulen zusammenarbeiten.

  • Das Angebot der Handwerkskammer können auch andere Schulen nutzen. Kontakt: Doris Drechsel, 069 /97172262. E-Mail: drechsel@hwk-rhein-main.de.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare