Auch die Gymnasiasten schauen sich um

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Ausbildungsbörse der Goetheschule: 180 Schüler informieren sich bei 21 Ausstellern. Kindergärten „sehr beliebt“.

Dieburg - Man mache sich nichts vor: „Es gibt auch viele Gymnasiasten, die das Abitur später gar nicht schaffen“, sagte Daniela Sallem, Lehrerin der Goetheschule Dieburg, am Mittwochmorgen. Von Jens Dörr

Jene Schüler, die – unabhängig von G8 und G9 – aktuell den gymnasialen Zweig der insgesamt 900 Jugendliche starken Bildungsstätte besuchen, kommen also nicht nur für ein späteres Studium infrage. Wer den gymnasialen Zweig besucht und die Goetheschule aktuell nach der neunten Klasse – und nach der Wiedereinführung von G9 nach der zehnten Klasse – verlässt, könnte ebenso wie Haupt- und Realschulabsolventen mit einer Ausbildung oder einem dualen Studium glücklich werden. Aus diesem Grund richtete sich die Ausbildungsbörse der Goetheschule am gestrigen Mittwoch im Gegensatz zu den Vorjahren ausdrücklich auch an Gymnasiasten.

Nichtsdestotrotz dominierten unter den 180 Schülern jene aus Haupt- und Realschule, für die sich die Frage des weiteren Wegs nach dem Abschluss auf der Mittelstufe noch ein wenig drängender stellt. Auch einige Jugendliche der Anne-Frank-Schule informierten sich. Sie hatten bei der Ausbildungsbörse, die neben Sallem insbesondere die Lehrer Irmela Irmscher, Maisun Krause und Andreas Wenzel organisierten, die Wahl unter 21 Unternehmen und Verbänden – etwa so viele wie in den Vorjahren. Die Schüler hatten sich bereits vorab Gedanken gemacht, welche der im alten Gymnasialgebäude verteilten Stände und Vorträge sie besuchen wollten. Sie sollten die Präsenz der möglichen künftigen Ausbilder und Arbeitgeber vor der Haustür „als Chance begreifen“, regte Schulleiter Christof Maruschka zum Auftakt an.

Geschäftstätigkeit veranschaulicht

Das galt derweil auch für die Unternehmen, das Gros unter ihnen aus Dieburg. Nicht wenige hatten sich Gedanken gemacht – und veranschaulichten ihre Geschäftstätigkeit, anstatt „nur“ Rede und Antwort zu stehen und Flyer und Infomappen auszuhändigen. So war für die Willi Weber GmbH und Co. KG (Tabakwaren) aus dem Industriegebiet-Nord Tobias Schydlowski nicht nur als Ansprechpartner gekommen, sondern erklärte auch das Innenleben eines Zigarettenautomaten. Die Schülergruppe, die sich das in einer der Informationsphasen – die den Besuch mehrerer potenzieller Arbeitgeber zuließen – ansah, konnte sich zudem bei Tobias Wild, aktuell Auszubildender, Informationen holen, wie es denn nun alltäglich als angehender Automatenfachmann ist. Nicht nur in diesem Metier gibt Willi Weber jungen Menschen berufliche Chancen: Aktuell suchen Chef und Unternehmen auch eine Kauffrau oder einen Kaufmann im Groß- und Außenhandel. Sie oder er könnte im August 2014 mit der dreijährigen Ausbildung beginnen. Eine Fachkraft für Lagerlogistik wird wieder ab August 2015 ausgebildet. Konkrete Angebote des lokalen Ausbildungsmarkts sollten sich junge Menschen also beizeiten einholen.

Sallem war unterdessen zufrieden damit, dass der Branchenmix bei der Börse aufs Neue recht breit war. Die Barmer GEK zählte ebenso zu den Informierenden wie die Johanniter Unfall-Hilfe, die Sparkasse, Resopal, die Kreisverwaltung oder die Kreishandwerkskammer. Einer der Renner, zu denen besonders viele Schüler wollten, seien die Kindergärten gewesen. „Die waren sehr beliebt“, sagte die Lehrerin und machte damit etwas Hoffnung im Kampf gegen den Erziehermangel.

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