Auch die Orgelpfeife ist ganz närrisch

+
Ehrenbawett Monika Dambier-Blank und Ehrengunkes Karlheinz Braun (l.) spendeten ihre in der laufenden Kampagne erworbenen Karnevalsorden an Joachim (2. v. l.) und Hans Steinmetz, die am Dienstag bei einem Brand ihr Haus verloren haben.

Dieburg ‐ Viel karnevalistische Prominenz gab sich bei der Fastnachtssitzung der Pfarrgemeinde St. Peter und Paul ihr Stelldichein, und gemeinsam mit den hochkarätigen Beiträgen aus den Reihen der Gemeinde entwickelte sich ein unterhaltsamer Äla-Abend. Von Matthias Grimm

Pfarrgemeideratsvorsitzende Doris Diefenbach begrüßte gut 150 Besucher im vollbesetzten Saal des Pater-Delp-Hauses, die voll auf ihre Kosten kamen. Schon zu Beginn der Pfarrfastnacht ließen die Äla-Fetzer die Stimmung hoch kochen, bevor Seppel Hach in seinem Protokoll das Jahr Revue passieren ließ. Er glossierte die Geschehnisse rund ums Rochus-Krankenhaus und lobte Pfarrer Alexander Vogl für dessen schnelle Hilfe nach dem Brand in der Dieburger Altstadt.

Die vom Unglück betroffenen Joachim und Hans Steinmetz waren am Freitag zu Gast bei der Pfarrfastnacht, wo sie ein wenig Ablenkung von dem schrecklichen Ereignis fanden. Ehrenbawett Monika Dambier-Blank und Ehrengunkes Karlheinz Braun spendeten ihre in der laufenden Kampagne erworbenen aktuellen Karnevalsorden und überreichten diese unter großem Applaus den beiden Brüdern.

Claudia Schöning, Christiane Bubach und Rosi Müllens führten als Bauarbeiter durch das weitere Programm des Abends, das noch viele närrische Feinheiten zu bieten hatte. Beatrice Blank und Alexander Ruf vertraten die Kinderfastnacht in der Bütt und fochten im Zwiegespräch einen humoristischen Geschlechterkampf aus.

Ein Medley von schwungvollen Stimmungsliedern gaben die Speeslochfinken zum Besten, die närrische Äla-Gemeinde hielt es dabei nicht auf den Sitzen. Konrad Kurbel erzählte, wie es sich „mit 66 Jahren“ so lebt und auch das Ehrengunkespaar zeigte, dass es die Kunst des närrischen Vortrages noch nicht verlernt hat.

In der Rolle von „Käthe und Jakob“ brillierten Monika Dambier-Blank und Karlheinz Braun wie einst und fanden auch kritische Worte in Richtung Rom. Die Aschewolke von Island sei nach dem Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche „eine Aktion vom Papst“ gewesen gemäß dem Motto: „Asche über mein Haupt.“

Seppel Hach, Bernhard Haus, Inge Zimber und Anneliese Rüth traten als singende schwarze Vögel auf, die so manche Anekdote musikalisch verarbeiteten. Die originalen Gersprenztaler Musikanten (Familie Rössel) stimmten das Publikum gekonnt auf die zweite Halbzeit der Veranstaltung ein, in der Rosi Müllens von „Klösterreich“ berichtete und Philipp Hiemenz „Im Dieburger Westen“ unterwegs war. Die beiden Vorträge waren die gelungene Ouvertüre für den furiosen Auftritt einer sprechenden „Orgelpfeife“ – dass Pfarrer Alexander Vogl in der närrischen Jahreszeit mitunter kostümiert die Kanzel gegen die Bütt eintauscht ist allseits bekannt. Mit seinen grandiosen Büttenreden bereichert er nicht nur die Pfarrfastnacht, sondern auch die Sitzungen des Karnevalvereins. In diesem Jahr setzt er sich auf närrische Weise für eine neue Orgel in der Wallfahrtskirche ein und persifliert das Chaos in der deutschen Politik.

Die „Frauengemeinschaft“ mit Claudia Schöning, Angelika Gondolf und Brigitte Miller rundete das Show-Programm ab, das nach rund fünf Stunden mit viel Humor, Stimmung und Dibborsch Äla sein Ende fand.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare