Projekt für Schlachthofgelände / Altlasten: „Es wird keinen GAU geben“

Auch zwei Heime funktionieren

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So könnte es aussehen, das neue Seniorenzentrum auf dem alten Schlachthofgelände. Die Projektentwicklungsfirma „Atic“ aus Rüsselsheim hat am Donnerstagabend im Parlament entsprechende Pläne vorgestellt. Sie arbeitet mit der Merkur Development Holding GmbH als Investor zusammen. Im Vordergrund ist die Kreuzung von Albinistraße und Darmstädter Straße zu sehen, die eventuell zum Kreisel umgebaut wird.

Dieburg -  „Die Stadt hat durchaus Potenzial für zwei Seniorenzentren dieser Art.“ Harro Hellwege, Geschäftsführer der Projektentwicklungsfirma „Atic“, der am Donnerstagabend zusammen mit Architekt Gerhard Thiele die Pläne im Parlament vorstellte, ließ keinen Zweifel aufkommen: Selbst wenn das Erzbistum Mainz sein Konzept eines Seniorenzentrums auf dem Konviktsgelände verwirklicht, wäre dies für ihn kein Anlass das Handtuch zu werfen. Von Lisa Hager

 Die Planer aus Rüsselsheim, die mit der Firma Merkur Development als Investor arbeiten, würden ihr Heim mit rund 100 Pflegeplätzen und eventuell weiteren 20 Einheiten für betreutes Wohnen, dennoch bauen.

„Die Pläne auf dem Konviktsgelände sind uns natürlich bekannt“,beantwortete Hellwege eine entsprechende Frage von Ingrid Weng (FDP). Man wolle nicht spekulieren, wie lange man noch bis zur Realisierung brauche. „Aber es ist ganz klar, dass zwei solide Heime angesichts des Umlands von Dieburg funktionieren würden“,sagte der Geschäftsführer.

Bislang hat die Firma ein Kaufangebot für 4 000 Quadratmeter zum Grundstücksrichtpreis von 365 Euro abgegeben. Von den 1,46 Millionen würden die Abrisskosten (180 000 Euro) und die Kosten für einen eventuellen Kreisel (500 000 Euro) abgezogen. Kosten für die Entsorgung möglicher Altlasten wären eventuell auch noch abzuziehen.

Die Unternehmensgruppe, die schon sieben ähnliche Seniorenheime gebaut hat, möchte sich das Grundstück jetzt für neun Monate reservieren lassen, um die Planungen zu präzisieren und einen Betreiber für das Haus aus den Reihen der freien Wohlfahrtspflege - beispielsweise AWO - zu suchen.

Falls der Kreisel nicht gebaut würde, sei dies ebenfalls kein Ausschlusskriterium, sagte Hellwege. (Eine Anwohnerin hatte in der Sitzung schon mal ihre Bedenken vorgebracht, da ihre Einfahrt behindert würde). „Wir würden das Projekt auch ohne Kreisel durchziehen, aber es wäre schade, solche Möglichkeiten nicht mit durchzudenken.“

Bürgermeister Dr. Werner Thomas betonte, dass in Sachen Kreisel, der ja auf einer Landesstraße entstünde, mit dem Amt für Straßen- und Verkehrswesen in Darmstadt noch gar nicht verhandelt worden sei. Und für das Konvikt sollen ihm am 23. Juni erste konkrete Entwürfe vorgelegt werden.

Konrad Kurbel (SPD) erkundigte sich nach Ergebnissen der Probebohrungen, die auf dem Schlachthofgelände beobachtet worden seien: „Die Frage der Altlasten ist ja möglicherweise ganz entscheidend.“Die orientierende Untersuchung sei abgeschlossen, informierte Thomas dazu. Das Ergebnis liege allerdings noch nicht vor.

Hellwege schätzt die Belastung eher gering ein. „Wir gehen von organischen Stoffen aus, die hier in den Boden drangen, das wird keinen GAU geben“, sagte er.

Bei Altlasten müsse man allerdings über Obergrenzen reden, sagte Hellwege. Er könne sich vorstellen, Kosten eventuell bis 20 000 Euro zu übernehmen. „Im Gegensatz zu den Baukosten steigen Entsorgungskosten nämlich stark“, gab er zu bedenken.

Insgesamt wünschen sich die Planer von der Stadt eine schriftliche Zusage, während der nächsten neun Monate nicht an Dritte zu verkaufen. Eine entsprechende Vereinbarungsvorschlag soll jetzt nach einstimmigem Beschluss der Stadtverordneten im Bau- und im Haupt- und Finanzausschuss diskutiert werden. Die Planer haben zugesagt, dann den Stadtverordneten noch einmal Rede und Antwort stehen.

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