Rohus in Dieburg

„Aufbruchstimmung ist spürbar“

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Auftakt beim Rochus: Bei einem ersten Treffen wurden Ideen gesammelt, was auf dem Rochus-Areal entstehen soll.

Dieburg - Das Rochus ist auf dem Weg in eine neue Zukunft. Bei einem ersten Treffen möglicher Interessenten aus Ärzteschaft und Pflege wurden Ideen gesammelt. Eine weitere Zusammenkunft ist bereits geplant. Auch die Bürger sollen beteiligt werden. Von Stefan Scharkopf  

Aufbruchstimmung und eine erkleckliche Zahl an Akteuren, die ihren Willen bekundet haben, den Weg zur Entwicklung des St. Rochus hin zu einem Standort für Gesundheitsversorgung mitgehen zu wollen. Das ist ein erstes Ergebnis des Lokalen Forums, das Ende Januar tagte.

In Zusammenarbeit mit der Optimedis AG entwickelt die Stadt, wie berichtet, seit September 2018 ein Nutzungskonzept für das Gelände des ehemaligen Krankenhauses. Aufgegriffen wird der alte Spitalgedanke des Areals. Als Ziel wird die Entwicklung eines „gesundheitsförderndes und sozialen Zentrums in der Stadtmitte“ formuliert.

Das ganze Projekt fußt auf drei Säulen: Gesundheitsversorgung der Bevölkerung, sogenanntes Aktivierendes Wohnen, vorwiegend für Senioren, von der selbstständigen bis hin zur vollstationären Versorgung, und möglicherweise noch ein Hospiz. Hinzu sollen noch Begegnungsräume für die Bevölkerung kommen.

Am Auftakt-Treffen, so Bürgermeister Frank Haus gestern in einer Pressekonferenz, nahmen 40 lokale Akteure teil, vorwiegend aus der Ärzteschaft, aus nichtärztlichen Heilberufen und der Altenpflege. Mit dabei waren beispielsweise die Johanniter Unfallhilfe, die Caritas, die das Altenzentrum St. Rochus betreibt, oder die Mission Leben, die zuständig für das Haus Priska ist.

„Das Interesse war gemischt“, äußert sich Haus, „es gab auch Leute, die sich nicht vorstellen können, beim Rochus aktiv zu werden, die das Ganze aber zumindest mitverfolgen wollen.“

Im Mittelpunkt des Forums stand eine Arbeitsphase, in der über das eigene Leistungsangebot, die Verortung im Projekt und die sich hieraus ergebenden Beziehungen herausgearbeitet wurden. „Wo sind unsere gemeinsamen Schnittpunkte, wo können sich die einzelnen Akteure niederlassen? Das waren zwei der Fragen, die behandelt wurden“, so Haus. Investoren waren nicht eingeladen, weil es beim ersten Treffen vor allem um eine Ideenbörse und mögliche Zusammenarbeit der Beteiligten ging. „Es standen insbesondere das Kennenlernen und das Erkennen gemeinsamer Vorstellungen, Positionen und Ziele im Vordergrund“, sagt Haus.

Parken auf dem Rochus-Gelände, Synergieeffekte bei gemeinsam nutzbaren Dienstleistungen und Flächen, etwa für Therapie- und Schulungsräume, Barrierefreiheit, Koordination, das Quartier als Ort mit sozialen und kulturellen Angeboten für die Bevölkerung – das waren Themen, über die ebenfalls gesprochen wurde; dabei stets auch die Wirtschaftlichkeit des Projekts im Blick.

Bereits nächste Woche geht es weiter: Dann soll es ein erstes Treffen mit denjenigen geben, die sich vorstellen könnten, dort zu investieren.

Haus bat die Forums-Teilnehmer, bis Mitte Februar zu prüfen, ob und in welcher Form die Bereitschaft „für ein ernsthaftes weiteres Engagement“ auf dem Rochus-Areal gegeben sei. Mit den wichtigsten Interessenten soll am 20. März ein Treffen stattfinden, um Fragen der Organisation zu klären.

Die Stadt wird hierzu einen Projektsteuerer zur Seite stellen. Die Akteure sollen hierdurch auf dem wichtigen ersten Teilstück ihrer künftigen Zusammenarbeit begleitet werden. „Auch wenn noch vereinzelt Leute abspringen sollten, so sind wir doch gut aufgestellt“, gibt sich Haus optimistisch.

Nach dem März-Termin sollen die Bürger beteiligt werden; wie, ist noch unklar. Auch inwieweit sich der Landkreis beim Projekt Rochus-Areal engagieren will, ist noch offen. Stichwort: medizinisches Versorgungszentrum (MVZ).

Unklar ist ebenso, wer das Grundstück von der Besitzerin, den Darmstädter Kliniken, erwirbt. Es gab ein weiteres Abstimmungsgespräch zwischen Haus, dem Darmstädter Kämmerer Andre Schellenberg und dem Geschäftsführer der Kliniken Darmstadt, Clemens Maurer. Hier ging es insbesondere um die Vereinbarung eines gemeinsamen Zeitplans zur Klärung der Eigentumsverhältnisse am Rochus-Gelände. Es konnte laut Haus Einvernehmen darüber erzielt werden, dass nach Vorliegen des Bebauungsplan-Entwurfs bis zum Sommer Gespräche über die Höhe eines Kaufpreises geführt werden. Die Stadt Dieburg ist hierbei zuversichtlich, dass es nach den Sommerferien eine Basis gibt, um bis spätestens Ende 2019 den Übergang des Eigentums von der Marienhospital GmbH an die Stadt Dieburg, die auch als Käufer auftreten kann, oder an einen oder mehrere Investoren zu verabreden.

Sicher ist dagegen eines: Beim derzeitigen Rochus bleibt kein Stein auf dem anderen: Die Gebäude werden komplett abgerissen. Die Kapelle mit ihren besonderen Fenstern bleibt davon allerdings verschont.

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