Ausbildungsinfotag

Mit Speed-Dating zum Job

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Das Schablonieren mit Farbe übten diese Schülerinnen am Stand eines Malerbetriebs.

Dieburg - „Ich will auf jeden Fall in Richtung Informatik gehen“, sagt Valentin Stauß aus Dieburg. Matthias Krause aus Schaafheim hat das selbe Interesse: „Ja, ich auch – und dafür gibt es viele Möglichkeiten.“ Von Lisa Hager 

 Duales Studium ist nur eine davon – auch darüber hat am Donnerstag der Ausbildungsinfotag auf dem Gelände von Landrat-Gruber- und Alfred-Delp-Schule umfassend informiert. Daneben haben sich die beiden aber auch für Jobs bei Polizei und Zoll interessiert. Zwei Zollbeamte in Uniform, die auf dem Außengelände mit ihrem Dienstwagen bereit standen, berichteten ihnen authentisch von ihrem Berufsalltag.

Mehrere tausend Schüler der 7. bis 9. Klassen aus dem ganzen Kreisgebiet pilgerten nach Dieburg, um sich aus einem breit aufgestellten Angebot Berufsmöglichkeiten herauszufiltern. Eine Ausbildungsbörse in dieser Dimension hat es im östlichen Kreisgebiet noch nie gegeben. Mitorganisator ist der Unternehmerverband Südhessen, der unter anderem von Albrecht Hallbauer vertreten wird. Und er macht den künftigen Schulabgängern Mut: Inzwischen steht der Zahl der Schulabgängern eine starke Nachfrage nach qualifizierten Nachwuchskräften gegenüber.

„Ich entscheide über meine Zukunft“

Jetzt gilt es für die künftigen Schulabgänger, die richtige Wahl zu treffen. „Ich entscheide über meine Zukunft“, so deshalb das Motto des Tages. Keine einfache Sache, das wurde etlichen schnell klar, die sich auf dem großen Areal zurechtzufinden versuchten. Schließlich boten mehr als 120 Industrie- und Handwerksbetriebe, Verwaltungen, Innungen sowie Bildungs- und Beratungsagenturen ihre Dienste an. 150 Experten standen Rede und Antwort. Dazu waren fünf Hochschulen vertreten. Das Angebot der Lotsen, erkennbar an den grellroten T-Shirts, Auskunft zu erteilen und die Schüler in die gesuchten Räume zu führen, wurde gerne angenommen.

Mit dem Sammeln von Flyern und Infobroschüren war es aber nicht getan: An vielen Ständen durfte man konkrete Erfahrungen mit dem künftigen Traumberuf machen. Bei den Malern und Lackierern übten manche das Schablonieren, in der Abteilung Gesundheitsberufe das Blutdruckmessen. Wem das alles zu viel wurde, genoss im Friseursalon der LGS eine Handmassage oder ließ sich die Haare flechten. Eine große Menge – hauptsächlich Mädchen – drängte sich auch zum Laufsteg der Modenschauen der Alice-Eleonore-Schule (Darmstadt). Bei einem Schraub-Wettbewerb am Stand des Kompetenzzentrums Darmstadt/Groß-Gerau kamen eher die Jungs zum Zug: Hier konnten handwerkliche Fähigkeiten erprobt werden.

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Zudem gab es das Angebot, sich in einer Art konzentriertem Vorstellungsgespräch ganz persönlich mit dem Ausbildungsangebot einer bestimmten Firma zu befassen. Wiebke Lange, Personalchefin beim Lufthansa-Trainings- und Konferenzzentrum in Seeheim, sitzt in einem der Klassenzimmer und wartet auf ihr nächstes „Date“ mit Jana. Die Interessenten, die sich bei Lange auf der Liste eingetragen haben, interessieren sich direkt für das ausgeschriebene Ausbildungsangebot „Hotelkaufmann/frau“. Lange, erst Mitte 20, hat selbst dort so angefangen. „Ich bin sehr schnell aufgestiegen“, sagte sie. Viele Bewerber würden zu einseitig denken, bemängelte sie. Oft seien die Jugendlichen nur auf das Ziel Studium fixiert und würden vielfältigen Möglichkeiten bei Firmen außer Acht lassen.

Nicht alle Termine bei den 26 „Speed-Dating“-Firmen waren ausgebucht. Da gab es wohl doch Vorbehalte, sich auf diese ungewohnte Situation einzulassen. „Mit Speed-Dating zum Beruf? Wie soll das denn gehen?“, fragte Diana ihre Freundin und kicherte, als sie das Hinweisschild las. „Na, deinen Beruf hast du vielleicht länger als später mal deinen Mann“, gab diese schlagfertig zurück.

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