Gutenbergschüler wieder im alten Schulgebäude

Auszug aus „Wasserschloss“

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Spielende Grundschüler sieht man seit gestern wieder auf dem Pausenhof der alten Gutenbergschule. Nachdem zehn Klassen der Alfred-Delp- und zwei Klassen der Anne-Frank-Schule, die das alte Grundschulgebäude vorübergehend genutzt hatten, in Container umgezogen waren, konnten Schüler und Lehrer der Gutenbergschule in das Gebäude zurückkehren. Dort waren sie erst vor zwei Jahren ausgezogen. Hier sollen die rund 250 Schüler jetzt so lange bleiben, bis die neue Gutenbergschule saniert ist.

Dieburg -  Wasserschäden im zwei Jahre alten Schulneubau der Gutenbergschule würden vermutlich umfangreiche Sanierungsarbeiten erforderlich machen, hieß es Anfang vergangener Woche aus der für die Schulgebäude zuständigen Kreisverwaltung. Von Laura Hombach 

Ein konkreter Zeitplan lag da noch nicht vor. Dann ging alles ganz schnell: Am Freitagnachmittag bestätigte der Kreis auf Nachfrage unserer Zeitung, dass die neue Gutenbergschule ab Montag für den Unterricht gesperrt ist.

Für das Kollegium und die rund 250 Schüler der Gutenbergschule bedeutete das den umgehenden Auszug aus ihrem Domizil, das bei der Einweihung Anfang 2012 auch stolz als „Schloss“ gefeiert worden war. Am Montag und Dienstag gab es für die Grundschüler zunächst unterrichtsfrei, während fleißige Helfer schon am Umzug arbeiteten. Seit gestern drücken die Kleinen wieder die Schulbank – im alten Gutenberg-Schulgebäude. Die Nachmittagsbetreuung von rund 100 Schülern findet indes weiterhin im neuen Schulgebäude statt.

Schimmelbefall bislang nur in einem Raum

Nach derzeitigem Erkenntnissstand sind wohl beschädigte Schutzfolien an den Heizungsrohren der Grund für den Wasserschaden, der zu feuchtem Estrich und in einem Raum gar zu Schimmelbefall geführt hat. Aktuell seien in zwei Klassenräumen Schäden aufgetreten. „Es ist aber davon auszugehen, dass weitere Schäden in den restlichen Räumen auftreten“, erklärte Kreis-Pressesprecher Frank Horneff gestern auf Nachfrage unserer Zeitung. Das müsse jetzt geprüft werden.

Schimmelbefall sei bisher lediglich in einem Raum hinter einem Schrank sichtbar geworden, der sofort entfernt wurde. Dennoch hätten Messungen in diesem und in anderen Räumen geringe Konzentrationen von Schimmelsporen ergeben. „Weiterer Schimmelbefall durch Wassereintritt in den Räumen ist daher nicht auszuschließen“, so Horneff. Das Gutachten zur Luftbelastung und der Umstand, dass die Sanierung nicht bei laufendem Schulbetrieb erfolgen kann, hätten dann am Donnerstagabend zu dem Beschluss der sofortigen Schließung des Schulgebäudes geführt.

Unterricht im Container

In Dieburg war vorher schon über einen Umzug ins alte Schulgebäude gemunkelt worden. Das dementierte der Kreis zunächst als reines Gerücht. Ein Gerücht, das sich aber im Endeffekt wohl als die sinnvollste, wenn auch nicht unbedingt einfachste Lösung erwiesen hat. Denn im alten Schulgebäude waren bis Dienstag noch zehn Klassen der Alfred-Delp-Schule (ADS) sowie zwei Klassen der Anne-Frank-Schule untergebracht.

Für sie wurden Anfang der Woche Container an der ADS und an der alten Gutenbergschule aufgestellt. Wegen besonders vorbereiteter Unterrichtseinheiten hatten die ADS-Schüler die alte Gutenbergschule erst zur Wochenmitte räumen können. Die Lösung hatte sich angeboten, weil an der ADS noch Fundamente für die Container vorhanden waren, die für Behelfsunterkünfte während der Sanierung des Atriumgebäudes angelegt worden waren.
Zudem kann die Container-Anlage für die Schüler der ADS, nachdem am 16. Mai das Abitur beendet ist, wieder abgebaut werden.

Sanierungsarbeiten sollen schnellstmöglich beginnen

Wann mit der Sanierung in der neuen Gutenberschule begonnen werden kann und wie lange die Maßnahme dauern wird, steht noch nicht fest. Der Zeitplan würde gerade erarbeitet, so Horneff. Die Sanierungsarbeiten sollten aber schnellstmöglich beginnen. Holger Gehbauer, technischer Betriebsleiter des Gebäudemanagements des Kreises, hatte am Dienstag in einem Interview mit dem Hessischen Rundfunk von einer Sanierungszeit von drei bis vier Monaten gesprochen, wenn der Estrich nicht entfernt werden müsse, und von sechs bis acht Monaten, sollte dies doch nötig werden.

Ein Beweissicherungsverfahren, in dem festgestellt werden soll, wer von den ausführenden Unternehmen für diesen Schaden verantwortlich ist, wurde eingeleitet.

Die Kreisverwaltung geht derzeit davon aus, dass zunächst die Versicherung des Kreises für die Beseitigung der bisher aufgetretenen Schäden aufkommt.

Info-Abend in der Gutenbergschule

Schuldezernent Christel Fleischmann widerspricht in diesem Zusammenhang in einer Pressemitteilung Darstellungen und Behauptungen aus Dieburg, die an der Gutenbergschule aufgetretenen Mängel seien „hausgemacht oder hätten gar mit der Passivhausbauweise des Gebäudes zu tun“. Am heutigen Donnerstag gibt es zu dem Thema um 19 Uhr einen Informationsabend an der neuen Gutenbergschule.

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