Treffen der Politiker aus der Region

Weiterhin keine Chance für B45-Ausbau

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Werktäglich stets das gleiche Bild: Ab etwa 16 Uhr bildet sich ein langer Stau vor dem Semder Kreuz auf der B 45. Eine schnelle Lösung für das Dilemma ist nicht in Sicht: Stillstand auch in den nächsten fünf Jahren.

Dieburg/Groß-Umstadt - Seit Jahren wird geplant und wieder verworfen. Die große Lösung scheint nicht in Sicht für die B 45. Dieser Befund wurde beim Treffen von Lokalpolitikern mit dem hiesigen Bundestagsabgeordneten Dr. Jens Zimmermann erneut bestätigt. Von Sebastian Richter 

Wer auf der Bundesstraße 45 unterwegs ist, braucht gute Nerven. Besonders auf dem Abschnitt zwischen Dieburg und dem Semder Kreuz reiht sich nach Feierabend Auto an Auto. Mehr Stillstand als freie Fahrt also. Aber auch weiter in Richtung Odenwald fließt der Verkehr oft alles andere als flüssig. Gleiches gilt zu den morgendlichen Stoßzeiten in entgegengesetzter Richtung. Schon etliche Jahre wird über den vierspurigen Ausbau der B 45 zwischen Dieburg und Groß-Umstadt sowie einen Umbau des Semder Kreuzes gesprochen. Geschehen ist nicht viel – außer dass wegen etlicher Unfälle, zum Teil mit Todesopfern, immer mehr Abzweige und Einmündungen mit Ampeln versehen worden sind. „Allein sechs sind es inzwischen im Bereich von Groß-Umstadt“, rechnete jetzt der aus der Stadt stammende SPD-Bundestagsabgeordnete Jens Zimmermann zusammen. Vor allem auf seine Initiative hat es jetzt ein Pressegespräch zur Verkehrssituation gegeben.

Mit dabei: Klaus Peter Schellhaas (SPD), Landrat des Landkreises Darmstadt-Dieburg, Frank Matiaske (SPD), Landrat des Odenwaldkreises, Joachim Ruppert (SPD), Bürgermeister von Groß-Umstadt, und Georg Weber (SPD), Stadtrat in Groß-Bieberau. Gemeinsames Anliegen aller: sich nicht damit abfinden zu wollen, dass die Prioritätensetzung des hessischen Wirtschaftsministers Tarek Al-Wazir (Grüne) zur Umsetzung des Bundesverkehrswegeplans die B 45 und auch die B 38 bei Groß-Bieberau ausspart. Zimmermann konnte sich auf einen Briefwechsel mit dem Minister beziehen. Der bestätigt zwar, was ohnehin allgemein bekannt ist – dass beide Projekte mit der Neufassung des Bundesverkehrswegeplans 2016 in den dringlichen Bedarf hochgestuft worden sind. Er gibt seiner Freude Ausdruck, dass der Anteil Hessens an den Bundesmitteln von 3,6 auf 8,2 Milliarden Euro zugenommen hat und in der jüngsten Vergangenheit 35 zusätzliche Stellen bei der Landesstraßenbaubehörde Hessel Mobil geschaffen worden sind, schließt jedoch mit einem dicken „Aber“: Das allermeiste Geld und die allermeiste Planungskapazität würden nicht für Neubauten, sondern für den Erhalt von Infrastruktur, insbesondere Autobahnbrücken und -kreuzen, benötigt. Deshalb gehöre der Ausbau der B 45 nicht zu dem Projektkontingent, das von 2017 bis 2021 prioritär bearbeitet werde.“ „Mit anderen Worten: In den nächsten fünf Jahren wird sich gar nichts tun“, resümierte Ruppert, „und das in einer Zeit, in der vom Bund so viel Geld zur Verfügung gestellt wird, dass jedes durchgeplante Projekt mit Baurecht ganz zeitnah umgesetzt werden kann.“

Diagnostiziert wurden als „Flaschenhals“ die beschränkten planerischen Kapazitäten von Hessen Mobil, „und die erfahren wir auch auf städtischer Ebene, denn wir warten schon seit vielen Jahren auf den Radweg nach Raibach“, so der Groß-Umstädter Bürgermeister.

Bilder: Unfall auf B45

Aus Matiaskes Sicht laufe der Odenwald Gefahr, „abgehängt“ zu werden, weshalb dieser Landrat jetzt viele Verbündete sucht, auch im Gewerbe. Der Odenwaldkreis sei schließlich der einzige hessische Landkreis ohne direkten Autobahnanschluss. Die Prioritätensetzung Al-Wazirs nannte Zimmermann „politisch“: Mit den Grünen seien eben nicht gut Umgehungsstraßen zu bauen.

Wie der hessische Wirtschafts- und Verkehrsminister Tarek Al-Wazir dem Bundestagsabgeordneten Jens Zimmermann mitgeteilt und dieser selbst auch in Gesprächen mit Hessen Mobil in Erfahrung gebracht hat, wird dort im Vorgriff auf einen vierspurigen Ausbau der B 45 zwischen Dieburg und Groß-Umstadt über eine Insellösung für das Semder Kreuz nachgedacht. Die Kreuzung ampelgeregelte Kreuzung der B 45 mit der Landesstraße 3115 gilt nach Aussage der Polizeisprecherin Andrea Löb als „der“ Unfallschwerpunkt im gesamten Landkreis.

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Quelle: op-online.de

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