Bad-Entscheidung am 17. Oktober

Blickt man von der Kreisstraße in Richtung des geplanten Trainingsbades, soll es einmal so aussehen: Der Eingang befindet sich rechts unten Richtung Freibad-Parkplatz. Das Hauptbecken mit sechs 25-Meter-Bahnen soll im Nordosten des Gebäudes (teils über der heutigen Freibad-Liegewiese) und das Lehrbecken mit Hubboden in der südwestlichen Ecke entstehen. Foto: Repro: jd/Vorlage: Michael Riegelbeck, Architekturbüro Schlösser

Der Wassersportverein und das Unternehmen F&R Projektbau treiben die Planung voran. Das Grundstück und die nahe Gersprenz stellen Herauforderungen dar. VON JENS DÖRR

Dieburg – Anfang Mai beschlossen die Mitglieder des Wassersportvereins (WSV) Dieburg, das Dieburger Unternehmen F&R Projektbau (Christian und Timm Früchtenicht sowie Janek Riedl) mit der Planung des neuen Sportbads zu beauftragen. Die Errichtung des Hallenbads als Ersatz für das Ende 2020 wegfallende Trainingsbad am Campus wird trotz Nutzungs- und Bürgschaftszusagen des Landkreises und der kostenlosen Bereitstellung und Erschließung des Grundstückes durch die Stadt in erster Linie vom Verein getragen und von seiner ehrenamtlichen Führung gemanagt. Auch die (kreditfinanzierten und ebenfalls über eine Kreisbürgschaft abgesicherten) Planungskosten von 438 000 Euro stemmt der WSV selbst. Am 17. Oktober könnten die Mitglieder einen letzten Beschluss fassen, nach dem es kein Zurück mehr gäbe.

Bis dahin, so blicken WSV-Vorsitzender Klaus Schulte sowie für F&R Projektbau Christian Früchtenicht voraus, soll die Planung ausgereift sein, sodass der Bauantrag gestellt werden kann. Nachdem die Mitglieder im Mai bereits einstimmig dafür votierten, das Geld für die Planung freizugeben, müssten sie sich auf einer Außerordentlichen Mitgliederversammlung am 17. Oktober (19 Uhr, Ort noch offen) noch einmal dafür aussprechen, den Auftrag für den Bau des Sportbads zu vergeben. Wie teuer das Bad genau wird, steht derzeit noch nicht fest. Kalkuliert wurde bislang mit einem Betrag von sechs bis sieben Millionen Euro. Errichten soll das Bad ebenfalls das Gemeinschaftsunternehmen der beiden Früchtenichts und Riedls.

Für F&R Projektbau ist es das erste Mal, dass das Unternehmen ein Hallenbad plant und baut. Ins Boot geholt hat man sich mit dem Architekturbüro Schlösser (Babenhausen) deshalb weitere Expertise. „Zudem haben wir Unterstützung von Frank Eisele, einem Fachplaner für Schwimmbad-Technik“, sagt Christian Früchtenicht. Die Planer stehen nicht nur in ständigem Austausch mit dem Wassersportverein, sondern auch mit der Stadt Dieburg und dem Landkreis. Denn der (bisher nur grob) vorgesehene Standort im Südwest-Zipfel des Freibad-Geländes, gen Beachvolleyball-Feld sowie Südost-Rand des städtischen Sportplatzes, fordert alle Seiten besonders heraus.

Zum einen liegt südlich des Freibads sowie des künftigen Hallenbad-Standorts die Kreisstraße 128. „Hier gibt es eine Bauverbotszone, sodass wir von der Wand des Sportbads bis zur Straße mindestens 20 Meter Abstand halten müssen“, so Früchtenicht. Was allerdings nur dann möglich wäre, würde das Sportbad einen größeren Teil der Liegewiese des Freibads abknapsen. Weiter nach Westen verlegen kann man das Bad auch nur bedingt, da dann der städtische Sportplatz mit seinen gerade erst neu errichteten Leichtathtletik-Anlagen zu sehr in Mitleidenschaft genommen würde. „Wir verschieben das Bad zwar möglichst weit nach Westen“, sagt Früchtenicht. Dennoch ist der 20-Meter-Abstand kaum einzuhalten, will man nicht zu viel von der Liegewiese in Beschlag nehmen. Die angestrebte Lösung, die nach Früchtenichts Einschätzung auch zu keiner größeren Verzögerung des Vorhabens führen würde: „Hessen Mobil kann ein Zielabweichungs-Verfahren ermöglichen, wenn besondere Gründe vorliegen.“ Dieses Verfahren könnte dann den Bau des Sportbads in nur rund 17 Metern Entfernung zur K128 zulassen, was den Planern sehr helfen würde.

Herausgefordert werden sie außerdem durch die Lage in der Gersprenz-Aue. Als Ausgleich für den – im Falle einer Sportstätte auch im Überschwemmungsgebiet möglichen – Neubau würde F&R Projektbau gern eine Retentionsfläche (Vertiefung, die bei Hochwasser Entlastung bringt) auf der Westseite der Gersprenz schaffen. Freibad und Sportbad befinden sich wie auch der städtische Sportplatz östlich des kleinen Flusses.

Nachdem der Magistrat in Kürze entscheiden soll, wo genau das neue Dieburger Sportbad seinen Platz finden wird, stehen weitere Schritte an. WSV-Chef Klaus Schulte skizziert sie: „Danach müssen die Stadt und wir den Erbbaurechts-Vertrag schließen. Bis zum 17. Oktober müssen die Pläne für den Bauantrag beim Kreis eingereicht werden und F&R Projektbau muss uns ein Angebot für den Bau vorlegen. Mit dem Beschluss der Mitglieder auf der Versammlung wäre dann klar, dass wir das Bad definitiv bauen wollen.“ Der Baubeginn ist nach aktuellem Stand für das Frühjahr 2020 vorgesehen, die Eröffnung des neuen Dieburger Hallenbads für September 2021.

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