„Badesalz“ lockt die Massen

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Pride and Joy“ aus Heidelberg rockten ohne Gage.

Dieburg/Eppertshausen - Alle Zweifel, ob die Benefizaktion am Samstag in und vor allem vor der Bürgerhalle Eppertshausen Anklang finden würde, zerstreuten sich schon beim Umrunden der Halle. Von Jens Dörr

Aus allen Richtungen strömten zwischen 15 und 17 Uhr die Menschen, um insbesondere Gerd Knebel und Henni Nachtsheim vom Komiker-Duo „Badesalz“ live zu erleben, die zugunsten der krebskranken Dieburgerin Ayleen Jelinek Autogramme schrieben, für Fotos posierten und Fan-Artikel verkaufen ließen.

Bis zu 400 Gäste gleichzeitig dürften es gewesen sein, die bei frühsommerlichen Temperaturen den Vorplatz der Halle aufsuchten. Insgesamt lag die Zahl noch etwas höher, da es über die zwei Stunden hinweg ein Kommen und Gehen gab. .

Auch wenn der Erlös erst noch genau beziffert werden muss - Einnahmen existierten auch aus Kaffee- und Kuchenverkauf, weiterer Bewirtung und normalen Spenden, die der Lions Club Groß-Umstadt wie bislang alle Einnahmen auf einem Treuhänder-Konto verwaltet: Die Veranstaltung war ein voller Erfolg. Und der Initiator ist - wie berichtet - mit seinen zwölf Jahren ebenso alt wie Ayleen selbst, geht mit ihr in eine Klasse auf der Dieburger Goetheschule, auch wenn das Mädchen die Schule derzeit nicht besuchen kann. Lukas Groh, wie der junge Mann heißt, genoss den Samstag sichtlich - vor allem die Nähe zu seinen Comedy-Helden, deren Nummern er auf CD teils rauf und runter hört.

„Mir hat das Engagement von Lukas so gut gefallen“, erläuterte Henni Nachtsheim zwischen zwei Fan-Fotos, weshalb Knebel und er den Nachmittag für die gute Sache opferten. Noch nie seien sie von einem so jungen Menschen wegen einer Benefizaktion angesprochen worden, „vor allem nicht so konkret, selbstbewusst und zielgerichtet“, wie Nachtsheim betonte.

Band „Pride and Joy“ unterstützte die Aktion ebenfalls

Ein Scherflein trug auch die Tatsache bei, dass die beiden Hessen „Kinder des Rhein-Main-Gebiets“ seien, man in Eppertshausen auch schon gespielt habe. Den Ausschlag gab aber Lukas Grohs Kontaktaufnahme via E-Mail, deren persönliche und wohlwollende Beantwortung sich Nachtsheim nicht nehmen ließ. Wobei er am Samstag auch betonte, dass es die Ausnahme bei den etlichen Anfragen pro Jahr sei, dass „Badesalz“ dann tatsächlich auch persönlich an einer Hilfe für die gute Sache teilnähme. Nur ein-, zweimal im Jahr passiere das. „Man muss da auch etwas aufpassen, weil wir teils auch absurde Anfragen für Unterstützung bekommen“, unterstrich Nachtsheim.

In Eppertshausen jedenfalls waren sie da. Ayleen selbst war gesundheitlich angeschlagen verhindert, aber unter anderem ihr Vater Uwe Jelinek, ihr Onkel Kurt Endreß und viele Freunde und Bekannte waren vor Ort. Gleichwohl, das war am Samstag zu spüren, ist die Unterstützung für Ayleen keine reine Dieburger Angelegenheit. Anteil nehmen auch die Menschen aus den umliegenden Städten und Gemeinden - und helfen bei Ayleens Kampf ums Überleben und eine normale Zukunft vor allen finanziell.

Das galt auch für die Band „Pride and Joy“, die aus Heidelberg angereist war und am Samstag ohne Gage rockte. Auch den Sprit für die Anfahrt zahlten die Musiker selbst. Mehr als 40 Helfer unterstützten Organisatorin Sabine Groh-Sauer, ebenso viele Kuchen waren gespendet worden. Auf einer Hüpfburg tobte sich der Nachwuchs aus, während ältere wie jüngere Fans gemütlich beisammen saßen oder bei Knebel und Nachtsheim vorbeischauten. So auch Thomas Endlein, der zufrieden registrierte, wie gut der Nachmittag angenommen wurde. Was seinen Grund hatte: Der Dieburger war einer der ersten, der die Hilfe für Ayleen forciert hatte - noch ehe die Medien über ihren Kampf berichteten.

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