Cellba-Puppen im Schloss Fechenbach

Von der Bärbel zur Barbie

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Die Lieblinge von Generationen kleiner Mädchen: Cellba-Puppen aus Babenhäuser Produktion.

Dieburg - Sie heißen Bärbel oder Gretchen, tragen ihre Zöpfe zu Schaukeln gebunden und geblümte kurze Kleidchen. Sie sind die Stars der neuen Sonderausstellung in Museum Schloss Fechenbach.

Am Sonntag, 8. September, eröffnet das Museum um 16 Uhr eine neue Sonderausstellung, in deren Mittelpunkt ein besonderes Spielzeug steht: die Cellba-Puppe.

Unter dem Zeichen einer gekrönten und geflügelten Nixe mit Fischleib produzierte zwischen 1924 bis 1966 die Firma Celluloidwarenfabrik Babenhausen neben anderem Spielzeug diese äußerst beliebten Puppen, die heute noch Sammler- und Kinderherzen höher schlagen lassen. Der Name „Cellba“ leitet sich aus dem Material der Puppen - dem Celluloid - und dem Ortsnamen Babenhausen ab. Die Cellba-Sammlung des Heimat- und Geschichtsvereins Babenhausen, die im Museum zu sehen sein wird, repräsentiert die zahlreichen Varianten dieser Puppen. Es handelt sich um ungezählte Exemplare von unterschiedlicher Größe. Außerdem sind auch Exponate aus dem Museumsbestand zu sehen. Die kleinsten Puppen sind nur siebeneinhalb Zentimeter groß, die größten messen bis 70 Zentimeter.

Karl Gansler, der „Vater“ der Cellba-Puppen, entwarf von 1924 bis 1962 zahlreiche Spielwaren. Bei seinen Puppenkreationen diente ihm wiederholt seine Tochter Sonja als Modell. Sonja kam auf tragische Weise an den Folgen eines Bombenangriffs an Weihnachten 1944 ums Leben. Die Puppen aus Babenhausen waren lange die einzige Konkurrenz für die bereits etablierten Schildkröt-Puppen. Bis zum Herbst 1966 hieß die Firma noch „Cellba“, im Jahre 1967 übernahm der amerikanische Konzern „Mattel“ die Firma und somit verschwand der alte Name. Nun kamen die Vinylpuppen auf den Markt, als Hauptattraktion die „Barbie“. Diese wurde in Babenhausen, nachdem sie zwei Jahre lang von der Firma Schildkröt hergestellt wurde, für den deutschen Markt produziert. Die Puppenherstellung in Babenhausen endete 1981. Das Unternehmen existiert somit schon lange nicht mehr, die Puppen leben aber weiter und sind mittlerweile begehrte Sammlerobjekte.

‹ Die Ausstellung ist vom 10. September bis 27. Januar öffentlich zu sehen.

eha

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