Vom Bahnhof bis zur Römerhalle

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Die erste Fahrradstraße Dieburgs. Ein blaues Zusatzzeichen macht deutlich, dass auch Kraftfahrzeuge erlaubt sind.

Dieburg (eha) - Breite rote Markierungen in der Spitalstraße mahnen die Autofahrer zur äußersten Vorsicht und Aufmerksamkeit: Die Spitalstraße zwischen dem Bahnhof und der neuen Römerhalle wird ab heute zur ersten Dieburger Fahrradstraße. Von Lisa Hager.

Doch dies heißt nicht, dass der Autoverkehr zum Erliegen kommt. Pkws sind weiterhin zugelassen.

Dieburg hat sich im Rahmen des Stadtleitbilds ein ehrgeiziges Ziel gesetzt und will zur fahrradfreundlichsten Stadt Hessens werden. Die eher ruhige Spitalstraße soll zur geschützten Zone für Radfahrer werden und somit ihre Attraktivität als Route zwischen Bahnhof und „Hinter der Schießmauer“ auf Anraten von Jürgen Follmann, Professor für Verkehrswesen an der Hochschule Darmstadt, wieder in Erinnerung gerufen werden. Die Hochschule wird dieses Projekt wissenschaftlich begleiten.

Da die Erfahrungswerte mit Fahrradstraßen noch recht gering sind, wird dieses Pilotprojekt kritisch beobachtet. Gerade im Bereich zwischen Altstadt und Römerhalle besteht eine besondere Gefahrenzone. Der dort parkenden Autoverkehr, könnte beim Zurückstoßen zu Engpässen führen. Sollte sich die Fahrradstraße hier nicht bewähren, müsste sie, zumindest in diesem Bereich zurückgenommen werden.

Auf Radler besser achten

Der Abschnitt zwischen den Straßen „Altstadt“ und „Hinter der Schießmauer“ wird als Fahrradstraße ausgewiesen, sobald die Arbeiten an der Außenanlage der neuen Stadthalle abgeschlossen sind.

Fahrradstraßen, die vorrangig für den Radverkehr vorgesehen sind, gibt es erst seit 1997. Sie sollen die Attraktivität des Radverkehrs steigern und Vorteile gegenüber dem Kraftfahrzeugverkehr schaffen. Dabei ist zu beachten, dass die Fahrradstraße nicht mit der Radverkehrsanlage, dem Radweg, verwechselt wird, da bei der straßenverkehrsrechtlichen Regelung große Unterschiede bestehen. Fahrräder sind die einzigen erlaubten Fahrzeuge in Fahrradstraßen. Andere Fahrzeuge können mit Zusatzzeichen erlaubt werden. So wird es auch in der Spitalstraße sein, die weiterhin von Anwohnern und andere Autofahrern genutzt werden kann. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt für alle Fahrzeuge 30 km/h.

Radfahrer dürfen ausdrücklich nebeneinander und in beide Fahrtrichtungen fahren, auch wenn dadurch der Verkehr behindert wird. Kraftfahrer müssen gegebenenfalls ihre Geschwindigkeit noch stärker verringern, um eine Behinderung oder Gefährdung von Radfahrern zu vermeiden.

Eine Test-Ampel an der Kreuzung Minnefeld und Spitalstraße wurde mit Sensoren ausgestattet, so dass Verkehrsteilnehmer, die aus der Spitalstraße kommen, bei der Ampelschaltung automatisch berücksichtigt werden.

Im Vorfeld wurden Infoblätter an die Anwohner ausgeteilt, um sie auf die veränderte Situation in einer Fahrradstraße hinzuweisen. Die Infoblätter sind auch weiterhin im Dieburger Rathaus erhältlich und jederzeit im Internet unter www.dieburg.de abrufbar.

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