Begnadete Boygroup im Laternenschein

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Das ist Dieburgs legendärste Boygroup: Die Musiker der „Gnadekapell“ ging bei der Verleihung der „Holzisch Latern“ natürlich nicht ohne mehrere Kostproben fürs Publikum von der Luha-Bühne. 

Dieburg ‐  Vom ersten Ton an hatten sie die Ludwigshall im Griff: Die acht Herren - eine Truppe von „WüFs“ (weit über 50) wie Laudatorin Dagmar Metzger bemerkte, überzeugten durch Witz, Schwung und Selbstironie noch den letzten Zweifler an der Entscheidung des KVD: Von Lisa Hager

Die „Holzisch Latern“ wurde beim Prinzenempfang von Stadt und Karnevalverein an die swingende Hobbymusiker-Combo „Gnadekapell“ verliehen. Dass sie Musik und Fastnacht gleichermaßen im Blut haben, demonstrierten sie den begeisterten Gästen - darunter auch viel Politprominenz - gleich vor Ort. Und als Uwe Schott - er spielt ansonsten das Tenorbanjo - auf der Bühne mit Hilfe seiner Kollegen einen Stuhl erklomm, um ein Lied zu schmettern, gab es kein Halten mehr.

Wolfram Fischer („Tenorzerrwanst“ und musikalischer „Leider“) stellte den Rest der Truppenmitglieder zwischen 53 und 75 Jahren in amüsanten Versen auf „Dibboijerisch“ vor. Da erfuhr man, dass es äußerst schwierig ist, Falko Mayer seine Tenortröte zu entwenden oder es gar unmöglich ist, wenn Michael Etz „tut sei Waschbrett schrubbe, net zu hubbe“. Rainer Etz steht ihm in nichts nach: Er schrubbt das Jazzbanjo.

„Nesthäkchen“ Stefan Ludwig („grouß unn kloa Drummel“) bearbeitet alles, was Krach macht. Die Trommel hatte er bei einem Benefizplatzkonzert zugunsten der Brandopfer am Fastnachtssamstag Stargast Pfarrrer Alexander Vogl überlassen.

„Das hätten wir uns nie träumen lassen“

Posaunist und Präsident der GK ist Rudi Stegemann und neben seinen musikalischen Höhenflügen inzwischen auch als Hobbykorbflechter bekannt. Und Tubaspieler Gerd Löffler stieß ins gleiche humoristische Horn.

Ehrensache, dass der legendäre Lichtspender auch beim Umzug am Dienstag dabei war - mit eigener „Uffpasserin“.

An Fastnacht zieht die Combo, die es seit rund 60 Jahren gibt, in wechselnder Besetzung durch die Gassen und einschlägigen Kneipen. „So manch' eine hat danach für immer geschlossen“, bemerkte Metzger, die Preisträgerin des Vorjahres, in ihrer auf Berlinerisch gehaltenen Laudatio denn auch trocken.
Aber auch außerhalb der tollen Tage sind die munteren Gesellen unterwegs: So sind die Musiker zum Beispiel auch beim Stadtlauf anzutreffen. Und waren jetzt beim Fastnachtsumzug natürlich auch wieder musikalisch auf der Strecke. Ganz unkompliziert sagen sie ihre Teilnahme bei diversen Veranstaltungen zu. „Und das alles nicht für Knete“, wie Metzger anmerkte. Die Verleihung der „Holzisch“ durch KVD-Präsident Friedel Enders und seinen Stellvertreter Matthias Sahm am Rosenmontag war zweifellos der Höhepunkt der GK-Karriere. „Das hätten wir uns nie zu träumen gewagt“, räumte Fischer ein und zog seinen Hut vor der Entscheidung.

Zum Dank gab es auch ein Geschenk für das im November teils ausgebrannte Zeughaus des KVD. Das Feuer hat dort auch viel Archivmaterial vernichtet. Und so übergaben die GK-Musiker Enders den Nachdruck eines Gemäldes eines Aubergenviller Künstlers. Thema: Fastnacht natürlich. Und die Knaben von der „Gnadekapell“ mittendrin.

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