Nieder-Ramstädter Diakonie übernimmt nach Insolvenz

Behindertenhilfe hat neuen Träger

+
Die Behindertenhilfe Dieburg wird von der Nieder-Ramstädter Diakonie übernommen.

Dieburg - Die Behindertenhilfe Dieburg hat sich ihre Zukunft gesichert: Ab Oktober übernimmt die Nieder-Ramstädter Diakonie alle Mitarbeiter, Angebote und Einrichtungen.

In Zukunft werden die Angebote, die Menschen mit Behinderung beim Vereins für Behindertenhilfe Dieburg und Umgebung nutzen, auf einem soliden Fundament stehen. Die Stiftung Nieder-Ramstädter Diakonie (NRD) wird zum 1. Oktober alle 122 Mitarbeiter und alle Angebote und Einrichtungen des Vereins übernehmen, darunter auch die 231 Arbeitsplätze der behinderten Menschen.  Seit Ende November letzten Jahres konnte der Verein - trotz Insolvenz - in Eigenverwaltung erfolgreich saniert werden. Der neue Träger will verstärkt in ambulante Angebote und die Entwicklung von Integrationsbetrieben investieren und so die Angebote im Raum Dieburg erweitern.

Arbeitsplätze bleiben erhalten

Auf einer Betriebsversammlung informierten heute die Vorstände beider Einrichtungen sowie der Sachwalter der Behindertenhilfe Dieburg die Mitarbeiter über den Eigentümerwechsel. Zuvor hatte der Gläubigerausschuss des Vereins dem Angebot der NRD zugestimmt. "Wegen drohender Zahlungsunfähigkeit musste die Behindertenhilfe beim Amtsgericht Darmstadt Insolvenz anmelden. Seither konnte ich zusammen mit dem Vorstand den Verein in Eigenverwaltung sanieren", erklärt Sachwalter Mirko Lehnert von der Kanzlei Schiebe und Collegen in Darmstadt. Konkret bedeutet das: Alle über 350 Arbeitsplätze des Vereins bleiben ohne Einkommenseinbußen erhalten, eine gute Liquidität wurde erwirtschaften und so  das Unternehmen wieder fit gemachen für den Verkauf. Für die Nieder-Ramstädter Diakonie entschied sich der Verein letztendlich, weil sie von allen Angeboten das beste vorgelegt hatten und weil sie den Menschen mit Behinderung im Raum Dieburg ein sichere Zukunft bieten können.

Angebot kann weiter ausgebaut werden

"Während der Insolvenz konnten wir das Unternehmen stabilisieren und alle unsere Verpflichtungen regelmäßig und zuverlässig erfüllen. Die reibungslose Fortführung ist auch ein Verdienst unserer Mitarbeiter, die engagiert gearbeitet und dem Unternehmen die Stange gehalten haben", sagt Thomas Wieler, Vorstand des Vereins für Behindertenhilfe Dieburg und Umgebung. In Zukunft kann das Angebot der Behindertenhilfe sogar weiter ausgebaut und um eine Tagesförderstätte oder eine weitere Kita-Gruppe ergänzt werden. "Nach einer langen Phase der Unsicherheit können wir jetzt mit der Übernahme durch die NRD gute Nachrichten für unsere Mitarbeiter und für die behinderten Menschen verkünden", freut sich Wieler. 

Die Behindertenhilfe konnte trotz guter Liquidität letztendlich nicht das nötige Geld erwirtschaften, um den Sanierungsstau zu beheben. Erst mit dem neuen Träger ist das nun möglich. "Die Arbeits-, Wohn- und ambulanten Angebote für Menschen mit Behinderung, einschließlich der integrativen Kindertagesstätte, können nun weiter verbessert werden", ergänzt Rechtsanwalt Olaf Seidel, ebenfalls Vorstand des Vereins.

Ausbau der ambulanten Angebote

Auch die NRD betont, die Angebote für behinderte Menschen in Dieburg und Umgebung sicherzustellen und weiterzuentwickeln. Dieser Vorsatz sei oberstes Ziel. „Behindertenhilfe muss heute ganz besonders auf die Wünsche und Bedürfnisse der Betroffenen ausgerichtet sein", betont NRD-Vorstand Walter Diehl. Daher baut die Stiftung seit Jahren erfolgreich zentrale Wohnheime ab und richtet stattdessen kleine und zeitgemäße Wohnungen vor Ort in vielen Gemeinden ein. Auch der Ausbau der ambulanten Angebote, die das Leben im familiären Umfeld erleichtern, sei ein wichtiger Bestandteil der Arbeit.

Nicht zu vergessen sind die Werkstätten für Behinderte. "Sie müssen sich in Richtung des allgemeinen Arbeitsmarktes öffnen. Deshalb entwickeln wir Integrationsbetriebe und richten Außenarbeitsplätze in Unternehmen ein“, so Diehl.

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt bietet die Behindertenhilfe Dieburg mit ihren rund 120 Mitarbeitenden 250 Werkstattarbeitsplätze an, eine Tagesförderstätte mit 24 Plätzen, daneben 50 Wohnheimplätze, 31 Plätze für ein ambulantes betreutes Wohnen sowie eine integrative Kindertagesstätte mit 40 Plätzen.

chi

Kommentare