Tagesförderstätte offiziell eröffnet

Behindertenhilfe sendet positives Signal

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Der Leiter der neuen Tagesförderstätte, Thomas Kirchmeyer (Mitte), inmitten seiner Schützlinge. Im Hintergrund rechts der Leiter der Werkstätten, Götz Hauptmann.

Dieburg - Als gutes Signal für den richtigen Weg“, wertete Interims-Geschäftsführer Thomas Wieler diese Woche die offizielle Einweihung der neuen Tagesförderstätte des Vereins für Behindertenhilfe Dieburg und Umgebung. Von Lisa Hager

Unter anderem die Turbulenzen um den in geordneter Insolvenz befindlichen Verein hatten den Termin verzögert - das neue Gebäude neben der Bahnlinie auf dem Gelände ist schon seit November in Betrieb. Hell, großzügig und freundlich wirken die Räume, die jetzt erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt wurden. Werkstattleiter Götz Hauptmann konnte zwar erst den Schlüssel zur Übergabe nicht finden, aber das vermeintliche Loch in seiner Anzugjacke hatte hoffentlich nur Symbolcharakter.

Ein weiteres positives Zeichen für den Aufwärtstrend sei, so Wieler, dass noch weitere Fachkräfte für die Tagesförderstätte gesucht würden. Das Angebot der rund 1,3 Millionen teuren Einrichtung richtet sich an mehrfach schwerbehinderte Menschen, die in den üblichen Werkstattbetrieb nicht zu integrieren sind. Sie werden hier tagsüber betreut und gefördert. 24 Plätze stehen zur Verfügung, 14 sind derzeit belegt, bis zum Sommer sollen es 17 sein, erklärte der junge und sehr engagierte Leiter der Einrichtung, Thomas Kirchmeyer.

Hochbeete und ein Barfußparcours

Bei der kleinen Feier konnten die Besucher nicht nur die Räumlichkeiten besichtigen, sondern auch das Außengelände, wo es einen gemütlichen Sitzbereich gibt. Später sollen hier auch noch Hochbeete und ein Barfußparcours hinzukommen. Mit „Totgesagte leben länger“, hatte Wieler schon zu Beginn seiner Begrüßungsrede auf den starken Überlebenswillen der Behindertenhilfe hingewiesen. Am Rande informierte er in einem kurzen Pressegespräch auch darüber, dass den Verein unaufgefordert rund zehn Angebote möglicher Partner oder Träger erreicht hätten. Inzwischen führen Wieler und der Insolvenz-Fachanwalt Olaf Seidl intensive Gespräche mit „drei bis fünf“ potenziellen Interessenten. Ob die Gespräche in eine komplette Übernahme führen oder auf eine Partnerschaft hinauslaufen, ließen die beiden offen.

Auch ob sich unter den Interessenten die Behindertenhilfe Bergstraße, die Nieder-Ramstädter Diakonie und die in der Altenpflege engagierte Mission Leben befinden, wurde weder dementiert noch bestätigt. Diese drei kirchlichen Träger sind immer wieder inoffiziell im Gespräch. Wieler und Seidel kündigten dann schließlich auf Nachfrage an, dass die Entscheidung über die Zukunft der Behindertenhilfe Dieburg wohl im Laufe des Sommers fallen werde.

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