Bekenntnis zum Rochus: Nicht alle sind dabei

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Zumindest in der jetzigen Form stößt ein Schriftstück des Vorstands auch auf Gegenwind von einigen Ärzten in Dieburg.

Dieburg ‐  Nach dem Trubel der vergangenen Tage mit dem Weggang von Ärzten und Pflegerinnen der Intensivstation des St. Rochus Krankenhauses (der DA berichtete) möchten der Vorstand und dessen Bevollmächtigter, Markus Bazan, nun verstärkt Einheit demonstrieren: Vorstand und Bazan haben ein schriftliches Bekenntnis zum St. Rochus Krankenhaus formuliert, das Kuratorium, Förderverein und Belegärzten vorgelegt wurde.  Von Jens Dörr

Sie alle sollen sich mit ihrer Unterschrift zu sieben Punkten bekennen. „Wir erhalten überwiegend positive Rückmeldungen“, zieht der als Krisenkommunikator eingesetzte Jörg Nolte ein erstes Fazit zum Feedback. Dem DA liegen allerdings Informationen vor, dass bisher mindestens drei Ärzte nicht einverstanden sind mit den formulierten Punkten. Sie wollen allerdings öffentlich nicht namentlich genannt werden.

Eine der Formulierungen, die in den Antworten nicht von allen geteilt wird, lautet: „Das St. Rochus Krankenhaus bietet unserer festen Überzeugung nach seinen Patienten eine optimale Versorgung in allen hier ansässigen Disziplinen.“ Eine Unterschrift etwa unter diesen Punkt käme einer „Generalamnestie“ gleich, schreibt ein Arzt an Bazan.

Ist es nötig, sich zu bekennen?

Ein anderer schreibt an Sprecher Nolte, die vorliegende Form treffe nicht seine „ungeteilte Zustimmung“ oder entziehe sich seiner Kenntnis. Keine konkreten Einwände liegen derzeit gegen den Punkt „Die integrierte Ausrichtung von Kardiologie, Intensivmedizin und den übrigen Fachabteilungen soll weiter vorangetrieben werden“ vor.

Ein Teil der Aussagen des Bekenntnisses ist derweil unumstritten. Etwa die Formulierung: „Wir bekennen uns zu den in unserem Leitbild definierten Grundsätzen ethischer Medizin und kooperativer Zusammenarbeit.“ Allerdings wird in Frage gestellt, ob es eine Notwendigkeit zum Bekenntnis zu solchen Aussagen gibt.

Immerhin wurde die Anerkennung einiger Aspekte, die im Schriftstück in seiner jetzigen Form notiert sind, auch schon mit Unterschrift des Arbeitsvertrags anerkannt. Überhaupt stelle ja niemand den Willen infrage, dass das Rochus-Krankenhaus erhalten bleiben soll und jeder das Beste für den Fortbestand tue, sagt ein Insider, der seinen Namen nicht nennen möchte.

Auf der Suche nach einer gemeinsamen Stellungnahme

Weil Mitarbeiter des Krankenhauses eine nicht optimale Kommunikation mit Markus Bazan andeuten, stellte Nolte seine unterstützende Funktion klar: In erster Linie helfe er auf Wunsch des Vorstands bei der Kommunikation nach außen und auch bei der Aufbereitung der Materialien etwa für die Presse. Er sei aber nicht Bazans „Sprachrohr“.

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